Neumünster : Hochsaison für Einbrecher

Im Schutz der Dunkelheit versuchen auch in Neumünster Einbrecher immer wieder, sich Zutritt zu Häusern oder Wohnungen zu verschaffen. Die Polizei verfolgt weiterhin mit einem besonderen ihr Konzept, es den Tätern schwer zu machen.
Im Schutz der Dunkelheit versuchen auch in Neumünster Einbrecher immer wieder, sich Zutritt zu Häusern oder Wohnungen zu verschaffen. Die Polizei verfolgt weiterhin mit einem besonderen ihr Konzept, es den Tätern schwer zu machen.

In der dunklen Jahreszeit werden der Polizei mehr Taten gemeldet. Insgesamt sind die Zahlen jedoch rückläufig.

shz.de von
09. Januar 2018, 08:00 Uhr

Neumünster | Einbrecher lieben die Dunkelheit. Daran hat sich auch in Zeiten von einbruchshemmenden Panzerglasscheiben, hochsensiblen Alarmanlagen und mitdenkender Haustechnik nur wenig geändert. Denn nichts fürchten Einbrecher mehr, als bei ihrem Einbruch beobachtet zu werden. Die dunklen Monate sind für sie daher Hochsaison. Das sollten auch alle Hausbesitzer und Mieter bedenken, wenn sie an kurzen Tagen wie diesen das Haus verlassen – und sei es auch nur kurz zum Einkaufen an der Ecke.

Ungebetene Gäste bekamen zum Beispiel kürzlich die Eigentümer eines Einfamilienhauses an der August-Macke-Straße in Ruthenberg: Als die Bewohner nicht zu Hause waren, hebelten Unbekannte irgendwann zwischen 9 und 19.50 Uhr die Terrassentür auf. Sie durchwühlten die Räume und nahmen Schmuck und Bargeld in nicht unerheblicher Höhe mit. Die Einbrecher entkamen unerkannt in der Dämmerung.

Kein Einzelfall wie die Statistik belegt: Auch in Neumünster steigt die Zahl der gemeldeten Wohnungseinbrüche gerade in den dunklen Monaten immer wieder sprunghaft an.

So zählte die Polizei im Oktober vergangenen Jahres 13 angezeigte Taten (im Oktober 2016 waren es 17). Im November wurden schon 21 Einbrüche angezeigt (November 2016: 19).

Im Dezember kletterte die Zahl der Wohnungseinbrüche in der Stadt dann auf 45 Fälle (Dezember 2016: 29 Fälle).

Um es Einbrechern möglichst schwer zu machen, hat sich die Polizei auch in den vergangenen Monaten landesweit den Kampf gegen diese Form der Kriminalität auf die Fahnen geschrieben. Und das offenbar durchaus mit Erfolg. Insgesamt gehen auch in Neumünster die Zahlen zurück. Damit liegt die Stadt im Landestrend.

Dass die Einbruchszahlen in der dunklen Jahreszeit im Vergleich zu den Sommermonaten immer wieder ein wenig ansteigen, widerspricht dem positiven Trend dabei nicht. Das ist laut Sönke Hinrichs, Polizeisprecher in Neumünster, und Jürgen Börner, Sprecher des Landespolizeiamts in Kiel, vor allem der dunklen Jahreszeit geschuldet, die die typischen Dämmerungseinbrüche mit sich bringt.

Besondere Schwerpunkte gibt es laut Sönke Hinrichs in der Stadt nicht zu verzeichnen. Die Einbrüche und Versuchstaten der vergangenen Wochen ereigneten sich demnach quer durch das Stadtgebiet.

Gestohlen wurden in der Regel Bargeld, Schmuck oder kleinere technische Geräte – also alles, was sich leicht abtransportieren und verkaufen lässt.

Damit es Einbrecher auch in Zukunft schwer haben, verfolgt die Polizei ihr landesweites Konzept zur Bekämpfung dieser Delikte auch weiterhin. Dazu gehört zum Beispiel eine verbesserte Spurensicherung. Jeder Fall wird außerdem an das Landeskriminalamt in Kiel gemeldet. Dort werden die Daten zusammengefasst, verglichen und auf Zusammenhänge hin überprüft.

Parallel dazu gehen die Ermittler auch präventiv vor. So wurde vermehrt Aufklärungsarbeit geleistet. Haus- und Wohnungsbesitzer erfuhren in diversen Veranstaltungen, wie sie ihr Heim gegen Eindringlinge sichern können. Außerdem wurden sie sensibilisiert, bei Verdachtsfällen möglichst schnell die Polizei unter Tel. 110 zu rufen.

Dass die Aufklärungsarbeit der Polizei fruchtet, zeigen laut Börner auch „die zahlreichen Versuchstaten“, bei denen die Einbrecher sich letztlich doch keinen Zutritt verschaffen konnten oder gestört wurden.

Damit es den Tätern weiterhin so schwer wie möglich gemacht wird, rät die Polizei stets zur Vorsicht. Egal ob man nur für ein paar Stunden außer Haus oder im Urlaub ist: Die Wohnung oder das Haus sollten immer gut verschlossen werden. Auch sollten Fenster und Terrassentüren nicht auf Kippstellung gelassen werden. Besonders hilfreich ist es, wenn Fenster und Türen von Profis zum Beispiel mit speziellen Schlössern technisch gesichert sind. Vor allem sei aber eine funktionierende Nachbarschaftshilfe ein Garant für mehr Sicherheit, sagt Polizeisprecher Hinrichs. Tipps gibt es unter www.polizei-beratung.de.

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