Musical "Rungholt" : Hochmut, Fall und Urgewalten

Der 7. Jahrgang der Gemeinschaftsschule Faldera bringt das Muscial "Rungholt" auf die Bühne. Vorstellungen laufen noch Donnerstag und Freitag.

shz.de von
14. März 2013, 07:54 Uhr

Neumünster | "In grausiger Flut, in stürmischer Nacht hat die Nordsee, die Mordsee, die Welt umgebracht." - Besser kann man seine Gäste nicht auf ein Musical rund um die versunkene Stadt Rungholt einstimmen. 1362 ging die reiche Stadt nach einer verheerenden Sturmflut im nordfriesischen Wattenmeer unter. Seitdem ranken sich viele Mythen und Geschichten um den Ort und seine Bewohner. Für Klaus Stamm, Regisseur des Musicals, war es Grund genug, eine Geschichte über Hochmut und Fall zu schreiben, die auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren hat.

Das müssen auch die Schüler des 7. Jahrgangs der Gemeinschaftsschule Faldera so gesehen haben. Mit großer Ernsthaftigkeit und viel Freude am Singen und Spielen boten sie den Gästen der Musical-Premiere einen fulminanten Abend.

Das betraf nicht allein die schauspielerischen Leistungen. Manche Darsteller hatten sogar eigens für ihren Part Plattdeutsch gelernt. Vom Publikum wurden sie dafür mit einem Zwischenapplaus belohnt. Und dann gab es natürlich jede Menge Musik. Ingo Schlünzen, traditionell verantwortlich für Liedtexte und Komposition, hat sich entsprechend der alten Geschichte nicht auf Popmusik beschränkt. Auf Schlager, Rap und Pop folgten immer Lieder mit Mittelalterkolorit. Unterstützt vom Schüler-und-Eltern-Lehrer-Chor der Gemeinschaftsschule und der Musicalband, beides unter dem Dirigat von Schlünzen, meisterten die Sänger problemlos jeden Wechsel zwischen den einzelnen Genres.

Ein echter Augenschmaus waren die Kostüme. Vor dem kargen Bühnenbild entfalteten die Roben der reichen Rungholzer Bürger ihre ganze Pracht. Selbst die gedeckten Kleiderfarben der "einfachen Leute" ließen die gekonnte Verarbeitung der Kostüme erkennen. Besonders beeindruckend war die Darstellung der Nordsee. In blaue Gewänder gehüllt und mit blauem Tüll verschleiert, stellte die Tanzgruppe unter Leitung der Choreographin Almut Meise das Meer so überzeugend als Urgewalt dar, dass einem die Schauer über den Rücken liefen.

Mit der Nordsee fing es an, mit der Nordsee endete auch das Musical. Als nach zwei Stunden der Vorhang fiel, ernteten die Darsteller tosenden Applaus von den über 150 Besuchern im Zuschauerraum. Und dann ging der Vorhang noch einmal auf, und die Bühne füllte sich: Schauspieler, Sänger, Tänzer, Kostüm- und Bühnenbildner, Lichttechniker, Grafiker, die Plakate und Programmhefte erstellt hatten, die "Versorger", die für das leibliche Wohl der Darsteller während der Proben gesorgt hatten, und selbst die Erste-Hilfe-Gruppe der Schule standen im Rampenlicht. Alle am Musical Beteiligten, also: der 7. Jahrgang, freuten sich über die gelungene Aufführung. Schulleiter Dieter Milkereit brachte es auf den Punkt: "Wenn 100 Schüler und ihre engagierten Pädagogen mit leuchtenden Augen auf der Bühne stehen, dann ist Musical-Zeit an der Gemeinschaftsschule Faldera."

"Rungholt" läuft noch bis einschließlich Freitag, 15. März, jeweils um 19 Uhr in der Gemeinschaftsschule. Karten zu drei und fünf Euro gibt es an der Abend kasse oder im Vorverkauf unter Tel. 707 65 30.

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