Zur Verkehrssicherung : Hochkonjunktur bei der Baumpflege in Neumünster

Mit einer sogenannten Hubarbeitsbühne fährt ein Mitarbeiter des Baumpflege-Teams bis an den Stamm heran, hier am Parkplatz des Discounters Penny an der Padenstedter Landstraße.
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Mit einer sogenannten Hubarbeitsbühne fährt ein Mitarbeiter des Baumpflege-Teams bis an den Stamm heran, hier am Parkplatz des Discounters Penny an der Padenstedter Landstraße.

Fachteams sind mit speziellen Fahrzeugen unterwegs, um Bäume zu fällen und Äste zu beschneiden.

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09. Februar 2021, 17:20 Uhr

Über so manchen Anruf kann Holger Fockenga sich nur wundern. „Nehmen Sie dort doch mal eine Schneise Bäume weg“, erklärte neulich ein Neumünsteraner gegenüber dem stellvertretenden Fachdienstleiter des Technischen Betriebszentrums (TBZ). Auf seine Rückfrage nach dem Grund erhielt er die Antwort: „Mein Satellitenempfang wird dann besser.“ Auch zu viele Blätter im eigenen Garten oder der berühmte Schattenwurf auf den Rasen-Liegeplatz würden gerne als Gründe von Bürgern genannt, damit das Baumpflege-Team des TBZ ausrückt. Doch Fockenga stellt klar: „Wenn nicht unmittelbare Gefahr im Verzug ist, beschneiden oder fällen wir nur auf Anweisung und mit Genehmigung Bäume und das ausschließlich auf städtischen Gelände.“

Auch derzeit sind die Baumpfleger wieder fast täglich unterwegs, wenn das Wetter es zulässt. Am Dienstagfrüh stehen sie an der Padenstedter Landstraße in Wittorf mit der großen und der kleinen Hubarbeitsbühne. So heißen die Fahrzeuge mit Hebebühne, von der aus die routinierten und erfahrenen Männer mit Motor- oder Akkusäge ans Werk gehen. Sie haben dabei klare Anweisungen auf ihren Tablets. Die stammen von einem Baum-Kontrolleur, der ständig in Neumünster unterwegs ist und sich die mehreren tausend Stadtbäume anschaut. „Er greift dabei auf das digitale Baumkataster zurück“, weiß Fockenga. Je älter ein Baum, desto häufiger werde er kontrolliert. „Es handelt sich immer um eine Sichtkontrolle“, betont der Abteilungsleiter Stadtbildpflege. Sei die Stabilität und Standfestigkeit unklar, werde ein Gutachter hinzugezogen. Zudem sitze immer der Fachdienst Natur und Umwelt mit im Boot, der Fällungen genehmigen muss.

Zwischen Oktober und März sind die Teams dann unterwegs. „90 Prozent der Arbeiten dienen der Verkehrssicherung“, sagt Fockenga. Einfach so zum Spaß werde kein einziger Ast entfernt. „Pflege ist wichtig. Das ist so wie der Besuch des Menschen beim Friseur“, sagt Fockenga. Äste und Zweige werden dann in der Regel direkt vor Ort geschreddert und anschließend entsorgt. „Manchmal lassen wir an geeigneten Stellen aber das Totholz auch liegen“, betont er.

Das Team des TBZ sei gut aufgestellt, dennoch habe die vermehrte Trockenheit der vergangenen Jahre vielen Bäumen schwer zugesetzt. „Die Arbeiten werden dadurch mehr, so dass wir verstärkt auch auf externe Dienstleister zurückgreifen“, so Fockenga. Das ist zum Beispiel in Kürze an der Kieler Straße der Fall. „Da haben wir einen fachkompetenten Partner gefunden, der dann die Arbeiten an der Straße für uns erledigt.“

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