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Holstenstrasse : Historisches Stadthaus erstrahlt in neuem Glanz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Hamburger Künstler Geert Westphal hat das Haus Holstenstraße 8 saniert und ihm sein ursprüngliches Gesicht zurückgegeben / Er erhofft sich eine Aufwertung der gesamten Straße

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2014 | 17:00 Uhr

Beim Blick von außen brauchte man gestern noch ein wenig Vorstellungskraft. Das Erdgeschoss war mit Spanplatten verrammelt, Fenster und Türen fehlten, und an manchen Stellen bröckelte der Putz aus der Mauer. Doch noch in dieser Woche, so hofft Geert Westphal (57), wird die Fassade des Hauses an der Holstenstraße 8 endlich fertig. Seit zwei Jahren restauriert der Künstler aus Hamburg mit leidenschaftlichem Engagement und Unterstützung der Stadt, der Denkmalschutzbehörde und der Hermann-und-Karla-Hinrichs-Stiftung das ehemals schmucke Stadthaus aus dem Jahre 1905 und versetzt es dabei weitgehend in seinen Ursprung zurück.

Gebaut wurde es von seinem Urgroßvater. „Er besaß ein Baugeschäft. Wahrscheinlich, weil der Auftraggeber nicht zahlen konnte, hat er das Haus übernommen. So kam es in den Familienbesitz“, erzählt Westphal. Jahrzehntelang waren die sechs Wohnungen auf drei Etagen und auch die Läden im Erdgeschoss vermietet. Unter anderem eine Suppenküche, ein Plattenladen, ein Elektrofachgeschäft und zuletzt ein kleines Kaufhaus hatten hier ihr Geschäft. Doch im Laufe der Zeit verfiel die Immobilie, nach und nach zogen die Mieter aus. Die Erbengemeinschaft, der das Haus gehörte, war zerstritten. Erst Anfang 2012 konnte sich Geert Westphal mit seinen weltweit verstreuten Cousins und Cousinen einigen. Er kaufte das Haus und machte sich daran, es wieder zum Leben zu erwecken.

Einige Bausünden galt es zu beseitigen. So hatte die Firma Elektro Wigger als Mieter in den 70er-Jahren nach damaligen Standards saniert. Dabei wurden unter anderem Mosaikböden überbaut, der Haupteingang geschlossen und der Lichtschacht mit Kabeln und Leitungen verhängt. Westphal baute zurück, entfernte Tapeten und Teppichböden, ließ die alten Dielen schleifen und die marode Technik erneuern, legte den Lichtschacht frei und renovierte das schicke Treppenhaus. Was alt war, blieb aber: die floral gemusterten Türen, der Terrazoboden in einer Küche, der Stuck. An der Fassade wurden die überbauten Säulenarkaden wieder zum Vorschein geholt.

Mehr als 600 000 Euro und unzählige Arbeitsstunden hat er investiert – und ist von seinem Erfolg überzeugt. „Hier kommen so viele Leute rein, erinnern sich an früher und staunen“, sagt er und verweist auf die Sogwirkung. Auch andere Häuser der Straße würden mittlerweile saniert. „Die Holstenstraße wird aufgewertet. Hier finden hoffentlich bald kleine Geschäfte und Cafés eine Nische – denn das ist wichtig für Neumünster.“

 

 

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