Pflanzaktion : Historische Lindenallee komplett

Für die Nachkommen ganz im Sinne Caspar von Salderns pflanzten (von links) Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras, Hans Iblher als Caspar von Saldern, Landschaftsgärtner Jochen Bünning, Renate Werner und Gerd Sigel (beide Förderverein) zwei Linden.
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Für die Nachkommen ganz im Sinne Caspar von Salderns pflanzten (von links) Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras, Hans Iblher als Caspar von Saldern, Landschaftsgärtner Jochen Bünning, Renate Werner und Gerd Sigel (beide Förderverein) zwei Linden.

Förderverein des Caspar-von-Saldern-Hauses stemmte 30 000 Euro Kosten mit Spenden und einer Eigenbeteiligung

shz.de von
16. November 2013, 18:00 Uhr

Spontaner Beifall brandete gestern hinter dem Caspar-von-Saldern-Haus auf, als Hans Iblher im Barockkostüm herangeschritten kam – als „Hausherr“ durch die Zeitgeschichte gereist. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras, Landschaftsgärtner Jochen Bünning von den Tungendorfer Baumschulen und Gerd Sigel, Vorsitzender des Fördervereins des Hauses, pflanzte der einstige Amtsrat im Beisein von etwa 80 Gästen zwei Linden. Mit diesen Jungbäumen ist die alte Lindenallee, die älteste im Stadtgebiet, wieder hergestellt. Ermöglicht wurde das Projekt durch Spenden und das Engagement des Fördervereins.

„Sie können diesen Haushaltstitel jetzt anderweitig verwenden, tun Sie etwas Gutes für die Kinder“, sagte Gerd Sigel zu Tauras. Der Bauausschuss hatte 15 000 Euro bereitgestellt. Aber die Kosten für die Wiederherstellung der Allee in Höhe von 30 000 Euro stemmt der Verein dank vieler Spenden und einer Eigenbeteiligung von 5000 Euro. Damit ist ein Naturdenkmal, das seit 1745 existiert, vorerst saniert. Ursprünglich waren es 58 Bäume; 31 mussten aufgrund von Befall mit dem Hallimasch-Pilz gefällt werden, drei sind 40 Jahre alte Nachpflanzungen, 24 Bäume sind noch original, wurden aber gekappt. Insgesamt 30 Exemplare wurden neu gepflanzt, die letzten zwei gestern. Sie wurden nach den Sponsorentöchtern Becca Brügge und Ida Helene Behrendt benannt. Botanisch genau sind es Winterlinden (Tilia cordata), die Heiner Feilke, Leiter der Abteilung Grünflächen, und Klaas Denker, Geschäftsführer der Tungendorfer Baumschulen, in Pinneberg aufgespürt hatten. In der dortigen Baumschule werden die Linden selbst gezüchtet und können auch noch in Jahren bei weiteren Nachpflanzungen gekauft werden – ein Garant für Einheitlichkeit.

„Non mihi sed posteris – nicht für mich, für die Nachkommen“: Iblher zitierte einen Leitspruch Salderns und verwies schmunzelnd darauf, dass Linden Freya, der Göttin der Liebe, gewidmet seien. „Heute kann man hier seine Liebe besiegeln und unter den Linden heiraten“, sagte er.

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