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Ausstellung : Historische Fotos zeigen die Jacoby-Bürgergilde

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Passend zu den Gilde-Wochen sind historische Fotos der Jacoby-Bürgergilde im Marktmeisterhäuschen zu sehen

Fritz Jensen schwelgte gestern beim Betrachten der neuen Ausstellung im alten Marktmeisterhaus am Kleinflecken in Erinnerungen. „Der am Gewehr ist Horst Nietert, ein alteingesessener Gildebruder, daneben ist der Herr von Waffen Meihs, der für die Gewehre zuständig war“, sagte der Kapitän der Jacoby-Bürgergilde und zeigte dabei auf ein Foto. Fünf historische Bilder aus dem Nachlass des Courier-Fotografen Walter Erben mit Motiven der Jacoby-Bürgergilde sind in den nächsten drei Monaten im Häuschen am Südende des Kleinfleckens zu sehen.

Sie lösen die erste Ausstellung im Häuschen mit Wochenmarkt-Motiven ab.  Die neuen Bilder sind thematisch abgestimmt auf die im Mai und Juni laufenden Gildewochen (der Courier berichtete). Damit folgt der „Runde Tisch Kleinflecken“ (Sprecherin Pastorin Simone Bremer, Museumsleiterin Astrid Frevert, Journalistin Monika Krebs und Stefanie Schneider von der Markt-Apotheke)  seiner Idee, den historischen Platz kulturell zu beleben. Mit seiner Gildeeiche ist der Kleinflecken  traditioneller Treffpunkt beider Gilden in Neumünster, die im jährlichen Wechsel die Gildewochen ausrichten.

 Die aktuellen Bilder zeigen Aufnahmen aus den Jahren 1952 und 1964, die bei Vogelschießen der Jacoby-Gilde entstanden sind: Antreten auf dem Kleinflecken, Gottesdienst in der Vicelinkirche, Marsch durch die Lütjenstraße. „Den Gottesdienst nennen wir bis heute auch Betstunde. Der damalige König hieß Wilhelm ,Pelze’ Deutschmann, denn er hatte einen Pelzladen an der Lütjenstraße“, erinnerte sich Fritz Jensen. Der 76-Jährige trat  vor 50 Jahren in die Gilde ein und kann sich auch noch gut an den alten Schießplatz beim Forsthaus im Stadtpark erinnern: „Das wurde wegen der Umgehungsstraße abgerissen.“

Auf  dem Kleinflecken war gestern auch Hartmut Grund,  Zugführer und Schießoffizier der Gilde. Einst durfte an Schießtagen auch ein Bierchen beispielsweise in der alten „Bauerndiele“ am Kleinflecken 28 gehoben werden, wie Jensen anmerkte („das hob die Stimmung“); heutzutage ist das verboten. „Die Anforderungen für Schießveranstaltungen werden immer schwieriger, aber wir werden freundlich von den städtischen Mitarbeitern unterstützt“, sagte Grund. Der Trend zur Gilde ist ungebrochen, merkte Grund an. „Wir sind 199 Gildebrüder und haben eine lange Warteliste. Das, was die Leute fasziniert, ist der Zusammenhalt, die Tradition“, erklärte er.

Simone Bremer kündete an, was auf die Gilde-Motive folgen wird: Fotograf Marco Ludwig wird die Fenster mit Motiven vom Wochenmarkt bestücken. Willkommen sind auch weitere Bilder. Einzige Bedingung: Sie sollten einen Bezug zum Kleinflecken haben.vaq

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erstellt am 09.Mai.2014 | 08:00 Uhr

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