zur Navigation springen

Neue Selbsthilfegruppe : Hilfe nach dem Tod von Säuglingen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neue Trauergruppe trifft sich monatlich. Es ist ein geschützter Raum für Eltern in traumatischer Situation

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Wenn ein Kind durch Unfall oder Krankheit stirbt, ist das für seine Eltern und Familie eine sehr schmerzhafte Situation. Wenn die Eltern diesen Verlust aber vor, während oder kurz nach der Geburt erleiden, ist das ein absolutes Drama, das das ganze Leben auf den Kopf stellt.

„Normalerweise wird eine Geburt mit viel Freude und Glück erwartet. Bei dem Tod eines Kindes in dieser Zeitphase zerbricht eine Lebensplanung, ein ganzer Lebensentwurf wird zerstört“, sagt Pastorin Sabine Buck von der Krankenhausseelsorge im Friedrich-Ebert-Krankenhaus. Eine neue Trauergruppe soll jetzt helfen, den Betroffenen Rückhalt zu geben und ihnen eine Möglichkeit zum Verarbeiten der traumatischen Erlebnisse zu bieten.

„Wir wollen die Eltern nicht allein lassen, sondern sie auffangen in dieser extremen Situation“, sagt Sabine Buck. Die Gruppe ist eine Kooperation zwischen kirchlichen Hauptamtlichen und professionellen und ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereins Regenbogenwege.

Dieser Verein existiert schon lange, seit 2005 gab es Trauerangebote. Die neue Gruppe startet am Mittwoch, 30. Oktober, und soll den Betroffenen einen geschützten Raum bieten, in dem sie mit ihren Trauergefühlen so sein dürfen, wie sie sind. „Das ist überkonfessionell und vor allem ein menschlich-unterstützendes Angebot“, sagt Sabine Buck, die gemeinsam mit Karin Laatsch vom Regenbogen-Verein Ansprechpartnerin ist. Karin Laatsch ist Trauerbegleiterin, arbeitet überdies als Hebamme. „Die Gruppenteilnehmer sollen Gelegenheit zu Gesprächen haben. Wenn Eltern ein Kind verlorgen haben, bleiben sie oft für sich allein. Wer auch nach fünf oder zehn Jahren nach dem Tod des Kindes kommen möchte, kann dies tun. Es dauert eben manchmal Jahre, bis man so etwas verarbeitet hat oder überhaupt an das Thema herangeht. Trauer braucht einen langen Atem“, sagt Sabine Buck.

In diesem Sinne heißt es auf dem Faltblatt der Regenbogenwege „Ja zur Trauer, ja zum Leben“, „Betroffenheit zulassen“, „Weinen und Lachen durchleben“ und „Glück und Leid ausdrücken“. Denn wenn man Trauer wegschließe oder unterdrücke, könne das Menschen krank machen, ergänzt sie.

Die Gruppe wendet sich sowohl an Mütter als auch Väter – ganz bewusst. „Männer und Frauen trauern unterschiedlich. Die Gruppe soll in diesem Sinne Verständnis für die andere Art der Trauer beim Gegenüber erwecken, aber auch den Kontakt zu anderen betroffenen Familien ermöglichen. So ist es möglich, gegenseitiges Verstehen, Akzeptanz und Hilfe zu erfahren, um den eigenen persönlichen Weg durch die Trauer zu finden.

Die Gruppe startet am Mittwoch, 30. Oktober, von 18 bis 20 Uhr in der Krankenhausbücherei, Altbau, 1. Stock, im FEK, Friesenstraße 11. Die Teilnahme ist kostenlos; auch bei weiteren Treffen ist ein Hinzustoßen ausdrücklich möglich. Man kann auch spontan und unangemeldet kommen. Die Treffen finden regelmäßig einmal monatlich jeweils am letzten Mittwoch im Monat statt. Informationen und Kontaktaufnahme sind möglich unter Tel. 405 19 50 (Sabine Buck) oder Tel. 405 48 12 (Karin Laatsch) oder per E-Mail (Sabine.Buck@fek.de).

Außerdem lädt der Verein zu einer Gedenkfeier für verstorbene Kinder am Sonntag, 8. Dezember, um 15 Uhr in die Auferstehungskapelle auf dem Friedhof, Plöner Straße, ein. Die Feier wird vom Leitungsteam der Regenbogenwege-Gruppe gestaltet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen