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Holsteinischer Courier

17. Dezember 2017 | 00:08 Uhr

Hilfe im Umgang mit Demenz

vom

Diakonie Altholstein: Neues Projekt für Beratung und Netzwerke für Betroffene und Angehörige / Experten: steigender Bedarf

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Neumünster | Was tun, wenn der Ehemann, die Ehefrau, die Eltern oder andere Angehörige an Demenz erkranken? Wie verhält man sich im Alltag, welche Hilfen kann man in Anspruch nehmen? Wie kann man die Betroffenen fördern? Für Angehörige von Demenzkranken gibt es seit gestern ein neues Angebot: Die Diakonie Altholstein bietet monatlich das "Demenzcafé" im Mehrgenerationenhaus im Volkshaus Tungendorf an; das Projekt ist ein Teil der bundesweiten "Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz".

"Wir wollen möglichst niedrigschwellige Angebote für Angehörige und Betroffene machen", sagt Marion Janser, Fachbereichsleiterin Seniorenarbeit bei der Diakonie. Das Mehrgenerationenhaus habe sich um die Förderung im Rahmen des Bundesprojektes beworben und den Zuschlag erhalten. Ziel ist es, dass sich örtliche Verbände zusammenschließen und Demenzkranke und ihre Angehörige darin unterstützen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Das kann ganz vielfältig passieren, schildert Marion Janser gemeinsam mit Franziska Suhren, Teamleiterin der Demenz-Wohngemeinschaft, und Carina Pohl (72) und Anke Lübke-Peter (60). Letztere sind Kulturpaten für Menschen mit Demenz und betreuen Betroffene im Café. "Wir basteln, lesen vor, gehen spazieren, machen einen Ausflug in den Tierpark. Wir machen alles, um sie so weit wie möglich im normalen Leben zu halten", sagen die zwei.

Eine andere Möglichkeit bietet die Demenz-Wohngemeinschaft der Diakonie. Hier leben zwölf Menschen mit Demenz, betreut im Alltag oder auch bei Bedarf gepflegt. "Wir organisieren gemeinsam mit den Bewohnern den Alltag, kochen, waschen, gehen einkaufen", erläutert Franziska Suhren.

Über diese und andere Angebote informieren sie und ihre Kollegin im Demenzcafé. Denn in einer WG wohnen die wenigsten Betroffenen. Die meisten werden von Angehörigen zuhause gepflegt. "Das Thema ist immer noch ein Tabu, es herrscht Sprachlosigkeit, Rückzug, Scham. Dabei ist ein Anstieg der Zahlen von Experten lange prognostiziert, und immer mehr Menschen kennen Nachbarn oder Freunde, die auch dement werden", sagt Marion Janser.

Bundesweit sollen etwa 1,4 bis 1,7 Millionen Menschen dement sein; bis 2030 sollen es über zwei Millionen sein. In Neumünster schätzt man, dass 1200 Menschen betroffen sind. "Die Dunkelziffer ist hoch", sagt Marion Janser.

Demenzkranke müssen rund um die Uhr betreut werden. Ein weiteres Problem - denn auf Dauer sind die Angehörigen überfordert. Viele mögen sich das aber aus Schuldgefühlen heraus nicht eingestehen. "Wir beraten, informieren über Hilfen, leiten auch weiter und sorgen für Entlastung", sagt Marion Janser.

Die nächsten Termine des Demenzcafés sind der 9. September und 21. Oktober jeweils von 15 bis 17 Uhr im Volkshaus, Hürsland 2.

Informationen gibt es bei der Diakonie, Tel. 25 05 31, oder: www.diakonie-altholstein.de.

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