Integration in Neumünster : Hilfe im Kampf gegen Demagogen

Eilean Layden.
Eilean Layden.

„Demokratie leben“ – unter diesem Motto fördert der Bund die Stadt Neumünster beim Aufbau von Kleinstprojekten gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit.

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03. Dezember 2017, 08:15 Uhr

Es gibt viele gute Ideen, gegen Rechtspopulisten oder religiöse Eiferer mobil zu machen oder ihnen mit Aufklärung den Boden zu entziehen. Meist fehlt das Geld, sie umzusetzen.

Mit ein wenig Glück gehört Neumünster bald zu den 260 Gemeinden bundesweit, die bei der mitunter mühsamen Aufgabe für Toleranz und Demokratie zu werben, von Berlin unterstützt werden.

Das Bundesprogramm „Demokratie leben – Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ will ziviles Engagement und demokratisches Verhalten auf kommunaler und regionaler Ebene fördern. Immerhin 104 Millionen Euro stellt der Bund dafür zur Verfügung, rund 50 000 Euro fließen davon in der nächsten Phase im kommenden Jahr nach Neumünster. Gefördert werden sollen damit vor allem Kleinprojekte, Bildungs- und Kulturveranstaltungen, die geeignet sind, Vorbehalte gegenüber Fremden abzubauen, tiefverwurzelte Vorurteile aufzuweichen und im Idealfall durch ein demokratisches Miteinander zu ersetzen, erklärt Eilean Layden von der Koordinierungsstelle Integration bei der Stadt.

Das kann der Vortrag über den „Islam in Europa“ sein, das multikulturelle Nachbarschaftsfest, ein Sportfest der Nationen oder auch der deutsch-syrische Spielenachmittag in der Kita – der Fantasie der Veranstalter sind keine Grenzen gesetzt. Einzige Bedingung: Bis Ende kommenden Jahres müssen die Projekte abgeschlossen sein.

Die Türkische Gemeinde

unterstützt die Initiativen bei der Antragstellung. Welche Projekte tatsächlich zum Zuge kommen, entscheidet ein Begleitausschuss, der derzeit von der Stadt aufgebaut wird. In ihm sollen unter anderem der Runde Tisch für Toleranz und Demokratie, das Forum der Vielfalt, Wohlfahrtsverbände und Vertreter der Jugendverbände mitbestimmen. Auch über eine Obergrenze der Förderung ist noch nicht entschieden. „Der Begleitausschuss diskutiert über ein Limit von 5000 Euro pro Projekt, entschieden ist aber noch nichts“, sagt Eilean Layden.

Das Förderprogramm und dessen genaue Spielregeln wollen Stadt und Türkischer Verein am Donnerstag, 14. Dezember, auf der ersten Demokratiekonferenz im Kiek In an der Gartenstraße 32 vorstellen. An fünf Thementischen werden sich die Teilnehmer ab 16.30 Uhr unter anderem mit den Schwerpunkten „muslimische Gemeinde als Teil Neumünsters“, „Diskriminierung“ oder „Luxus Demokratie?“ beschäftigen. Interessenten melden sich für die Konferenz bei der Türkischen Gemeinde unter Tel. 40 06 34 oder per Mail unter info@tg-nms.de an.

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