zur Navigation springen

Bilanz : Hilfe für berufstätige Eltern im Notfall

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stiftung „Beruf und Familie“ der Diakonie Altholstein: Positive Bilanz / Neun Kinder wurden betreut / Weitere Nutzer sollen gewonnen werden

Neumünster | Es ist wie eine Art Haftpflichtversicherung: Die Stiftung „Beruf und Familie“ der Diakonie Altholstein organisiert für berufstätige Eltern eine Notfall-Kinderbetreuung, falls die unvorhergesehen nicht rechtzeitig bei ihren Kindern sein können. Dafür müssen die Arbeitgeber der Eltern bezahlen; die Mitarbeiter selbst zahlen nichts. Vor einem Jahr wurde die Stiftung ins Leben gerufen; gestern zog die Vorsitzende des Stiftungsrates, Andrea Wittmann, mit weiteren Beteiligten eine positive Bilanz.

„Wir wollen damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern. So können wir Eltern die Sorge abnehmen, die Unternehmen vermeiden Personalausfall“, erklärte Andrea Wittmann. Entstanden ist die Stiftung durch Mittel aus einem EU-Programm. Die Diakonie Altholstein wurde vor drei Jahren beauftragt, ein Betreuungsnetzwerk aufzubauen und Unternehmen zu finden, die diesen Service nutzen wollen. Gefördert wurde eine Vollzeitstelle. Nach einer Ausschreibung wurde die Diakonie Stiftungspartner und leistet die Betreuung. Unternehmen schließen einen Nutzungsvertrag mit der Diakonie und zahlen je nach Mitarbeiteranzahl und Betreuungszeit eine bestimmte Summe – eine Firma mit 50 bis 100 Beschäftigten zahlt 1000 bis 1200 Euro pro Jahr. Die Mitarbeiter schließen wiederum einen Betreuungsvertrag mit der Diakonie. Angeboten wird eine Betreuung von montags bis freitags oder bis sonnabends von 7 bis 20 Uhr. 10 Betreuungskräfte mit der Mindestqualifikation Tagespflegekraft stehen für den Fall eines Notfalls bereit. Die Hälfte von ihnen sind Erzieherinnen. Kinder lernen ihre „Notfall-Muttis“ bereits vor dem Notfall auf Treffen kennen; Kontaktpersonen in der Familie und Regularien werden ebenfalls vorher festgelegt. „Dies ersetzt keine reguläre Betreuung. Unser Service greift bei ungeplanten Ausfällen oder beruflichen Verzögerungen der Eltern“, sagt Bettina Niemax von der Diakonie. Betreut wurden neun Kinder. Weitere Pläne der Stiftung sind eine Notfallbetreuung pflegebedürftiger Angehörige und ein Kinder-Ferienprogramm, sagte Andrea Wittmann.

Aktuell sind 16 Unternehmen Nutzer. Damit können rund 4900 Beschäftigte auf die Notfallhilfe zurückgreifen. Nutzer sind Danfoss Power Solutions, die Kreisverwaltung Bad Segeberg, Rewe, die Gemeinde Henstedt-Ulzburg und das „Alte Stahlwerk“. Alle Geldgeber sind im Internet aufgelistet (www.beruf-und-familie-neumuenster-segeberg.de). Manche Stifter sind auch Nutzer wie die Diakonie und Danfoss Power Solutions. Die Betreuung wird zu etwa 75 Prozent von den Beiträgen finanziert, etwa 25 Prozent schießt die Stiftung zu, schätzte Vorstandsmitglied Bernd Hannemann. „Stahlwerk“-Geschäftsführer Jan Pinno ist überzeugt: „Wenn Unternehmen gute Mitarbeiter haben wollen, sollten sie in diesen Bereich investieren.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 05.Nov.2014 | 06:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert