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Tarbek : Hier ist Platz für 125 000 Lkw-Ladungen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In Tarbek wurde gestern die zurzeit größte Deponie des Landes Schleswig-Holstein für schwach belastete Böden eingeweiht.

Tarbek | Gestern wurde in der Segeberger Gemeinde Tarbek Schleswig-Holsteins größte Klasse Null Deponie für schwach belastete Böden eröffnet. Deponieklasse Null steht für die Lagerung schwach belasteter Böden und damit für die schadstoffärmste Deponieform in Schleswig-Holstein. Gestern wurde in Tarbek die dritte und mit geplanten 17 Hektar Fläche größte Deponie dieser Art im Land offiziell eröffnet.

Rund 180 Gäste aus Wirtschaft und Politik nahmen die Gelegenheit wahr, einen Blick auf die neu entstandene Deponie zu werfen. Im ersten von sechs geplanten Bauabschnitten mit einer Größe von rund 25 000 Quadratmetern war auch der Aufbau meterdicker Untergründe aus Lehm, Kies und Dichtbahnen sichtbar. Betreiber ist die ABE-Deponie GmbH. Hinter dem Unternehmen stehen als Gesellschafter die Ernst Krebs GmbH&Co KG aus Neumünster und die Kieswerke Andresen GmbH aus Damsdorf. Die Inhaber Carén Krebs und Ludwig Andresen gaben Einblicke in die Planung und Entwicklung der neuen Deponie. Wenn der ehemalige Kiesabbau nach heutiger Planung in etwa 25 Jahren vollständig mit Boden und Baggergut gefüllt ist, sind das 2,25 Millionen Kubikmeter oder rund 125 000 Lkw-Ladungen. Immerhin würden die hintereinander eine Strecke von Kiel bis nach Madrid füllen, erklärte Andresen. Mit einem Lkw-Ansturm sei allerdings nicht zu rechnen. „Täglich werden voraussichtlich bis zu 20 Laster die Deponie anfahren“, sagte Andresen.

Wie sicher die neue Deponie ist, erklärte Carén Krebs. Für die Abfallwirtschaftsingenieurin ist das Deponiethema nicht neu. In Großenaspe betreibt das Unternehmen Krebs eine Klasse-Eins-Deponie. „Die Einlagerung der anders nicht verwertbaren Böden in der neuen Deponie ist sicher“, sagte Carén Krebs. Die mineralische Dichtung der Deponie ist so aufgebaut, dass ein Wassertropfen theoretisch in 100 Jahren ganze 1,5 Millimeter in die Tiefe sickern könnte. Außerdem landen auf der Deponie keine sensibleren Stoffe als gering belastete Böden. Die stammen etwa aus Bauvorhaben in Schleswig-Holstein und Hamburg. „Ich möchte nichts hinterlassen, was dem Unternehmen oder nachfolgenden Generationen Probleme macht“, meinte die Neumünsteraner Unternehmerin. Das gelte nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für den neuen Deponiestandort. Der sei durchaus im Sinn der Landesregierung, kommentierte Dr. Andreas Wasielewski, stellvertretender Leiter der Abteilung Energie, Klima- und Ressourcenschutz im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Lobenswert sei in Tarbek nicht nur der hohe Sicherheitsstandard. Besondere Erwähnung verdiene auch die freiwillige Sicherheitserhöhung der geologischen Barriere zur Grundwassersicherung. Außerdem sei die Deponie ein Schritt zur Sicherung der schleswig-holsteinischen Abfallwirtschaft, sagte Diplomingenieur Thomas Prenzer von der Entsorgergemeinschaft Nord. Neben dem neu eröffneten Standort in Tarbek sind fünf weitere Deponien der Klasse Null geplant.






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erstellt am 31.Okt.2014 | 05:45 Uhr

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