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Holsteinischer Courier

18. August 2017 | 19:00 Uhr

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vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Hartmut Wieck-Simon sammelt mit der Drehorgel für den guten Zweck

Sie wiegt 200 Kilogramm, hat mehr als 600 Stücke parat und die Lautstärke einer kleinen Kapelle – die Drehorgel von Hartmut Wieck-Simon. „Man könnte sagen, es ist der Porsche unter den Drehorgeln“, sagt der Neu-Nortorfer.

Vor zehn Jahren begann der Hamdorfer mit seinem eher außergewöhnlichen Hobby. „Es war schon immer ein Kindheitstraum“, erinnert sich Wieck-Simon. Wenn der Leierkastenmann damals in die Stadt kam, lief der heute 62-Jährige hinter ihm her. „Was aber primär auch am Affen lag“, gesteht Wieck-Simon. „Das war damals einfach ganz aufregend. Heute ist das ja Gott sei Dank verboten.“ Bei einem Spaziergang in Büsum vor zehn Jahren kam Wieck-Simon dann mit einem dort spielenden Drehorgelbesitzer ins Gespräch. „Der war damals 72 Jahre alt und machte das schon seit über 20 Jahren. Er sagte, ich hätte doch das perfekte Alter, um damit anzufangen“, berichtet Hartmut Wieck-Simon. Auch seine Frau stimmte dem zu. „Was überlegst du noch lange?“ waren ihre Worte.

Daraufhin wurde ein Ausflug nach Göttingen zu der Firma Hofbauer, die als einzige Firma in Deutschland Drehorgeln herstellt und restauriert, unternommen. Die dort erstandene Orgel ist aus dem Jahr 1904. Neben den 79 Orgelpfeiffen verfügt das Gerät über ein Glockenspiel, Pauke, Becken, Trommel, Holzblock, Zimbal, Hit-Hat und vieles mehr. „Wenn schon, denn schon, dachte ich mir“, gesteht Wieck-Simon. Die Reaktionen aus dem Familien- und Freundeskreis waren durchweg positiv. Nur die eigene Tochter hatte Anfangs bedenken, was das ungewöhnliche Hobby anging. „Papa, wehe wenn du dich hier in Nortorf mal blicken lässt“, drohte sie, „aber einige Zeit später, auf ihrer Hochzeit, wurde ich dann sogar gefragt, ob ich spielen würde“, erzählt Hartmut Wieck-Simon und lacht.

Vor einem halben Jahr verabschiedete sich der ehemalige Hamdorfer in den Ruhestand und verlegte mit seiner Frau den Wohnort nach Nortorf. Seitdem widmet er seinem Hobby nicht nur mehr Zeit, sondern tut damit auch noch etwas Gutes: „Uns ging es wirtschaftlich immer gut“, berichtet der Drehorgelspieler, „deshalb wollte ich anderen, die es nicht so gut haben, etwas zurückgeben.“ Der Reinerlös seiner Auftritte geht deshalb an die Stiftung Bethel.

Ob bei runden Geburtstagen, silbernen, goldenen oder diamantenen Hochzeiten, auf Veranstaltungen oder Firmenfeiern – Hartmut Wieck-Simon kommt überall hin. Mehr als 600 Songs sind in der Datenbank enthalten. Von „Gruß an Kiel“ über Kinderlieder bis hin zu Andrea Berg. Immer mit dabei ist auch „Fredie“, ein kleiner Stoffaffe, „der vor allem immer die Kleinen begeistert“, berichtet der Musiker.


> Kontakt zu Hartmut Wieck-Simon unter Tel. 0 43 92/9 14 52 60 oder über die E-Mail-Adresse drehorgel@freenet.de.

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erstellt am 17.Sep.2014 | 11:14 Uhr

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