Green-Screen-Jugendfilmcamp in Grossenaspe : Hier gibt’s den Sound der Insekten

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Mediengestalter Daniel Wehrend gibt Joana Kratzenstein Tips bei der Kameraeinstellung.
Mediengestalter Daniel Wehrend gibt Joana Kratzenstein Tips bei der Kameraeinstellung.

Hummeln, Marder, Damwild und Fuchs sind die Stars der Kurzfilme beim Green-Screen-Jugendfilmcamp im Wildpark Eekholt.

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10. Juli 2019, 14:54 Uhr

Grossenaspe | Es brummt kräftig in den Ohren von Mats Lüsse, aber das möchte er auch so. Der 14-Jährige aus Schwedeneck hat Kopfhörer auf und die Tonangel ausgestreckt über der Blühwiese im Wildpark Eekholt, um den Sound der zahlreiche Insekten aufzunehmen. Zusammen mit Joana Kratzenstein (15) und Jens Jaacks (14), beide aus Gettorf, bildet Mats ein Team und dreht einen Insekten-Film beim Jugendfilmcamp des Internationalen Naturfilmfestivals Green Screen. Noch bis Freitag pirschen 14 junge Schleswig-Holsteiner in vier Gruppen mit Kamera und Tonequipment durch den Wildpark, um Material für ihren eigenen Naturfilm zu sammeln und zu schneiden.

Elftes Filmcamp in Eekholt

Bereits zum elften Mal findet das Green-Screen-Filmcamp in Eekholt statt. „Das Ziel dieser naturpädagogischen Arbeit ist es, Jugendliche über die intensive Auseinandersetzung mit einem Thema für die Schönheit der Natur und ihren Schutz zu begeistern“, sagt Green-Screen-Pressesprecher Michael van Bürk. Daher müssen die etwa achtminütigen Filmergebnisse nicht perfekt sein, wie Udo A. Zimmermann erklärt. Er ist einer der Profis, die die jungen Filmer begleiten. Der ehemalige Redaktionsleiter von „Natur und Tier“ beim Bayrischen Rundfunk schildert:

Es geht natürlich auch darum, am Ende einen geschnittenen Film mit schönen Bildern und einer Geschichte zu haben. Aber sehr wichtig ist uns, dass die Jugendlichen ein Bewusstsein für den Tierfilm bekommen, dass Geduld und Zusammenarbeit unerlässlich sind. Udo A. Zimmermann, Filmprofi
 

Kameramann Jens Jaacks scheut Disziplin nicht, er hat sich am Mittwochmorgen bereits um vier Uhr in der Frühe aus den Camping-Holzhäusern geschlichen, um den Sonnenaufgang im Zeitraffer zu filmen.

Konzentration und Geduld braucht ein Tierfilmer, wie Jens Jaacks beim Filmen von Insekten merkt.
Alexandra Bury
Konzentration und Geduld braucht ein Tierfilmer, wie Jens Jaacks beim Filmen von Insekten merkt.
 

Nicht mit kleinen Sechsbeinern, sondern mit dem scharfzähnigen Dachs haben sich Ben Schröder (15), Mika Leibecke (17) und Jannik Behrmann (15) auseinandergesetzt. „Uns hat die Familie der marderartigen Tiere interessiert, weil wir gerne Raubtiere beim Fressen filmen wollen. Wir wollen sehen, wie sich Dachse, Marder und Otter dabei unterscheiden", erklärt Mika.

Mika Leibecke (von links), Jannik Behrmann und Ben Schröder bilden ein Filmteam. Sie haben Dachse, Marder und Otter beim Fressen aufgenommen. Fotos: Bury
Alexandra Bury
Mika Leibecke (von links), Jannik Behrmann und Ben Schröder bilden ein Filmteam. Sie haben Dachse, Marder und Otter beim Fressen aufgenommen. Fotos: Bury
 

Daniel Wehrend ist Mediengestalter für Bild und Ton und begleitet das Filmcamp in Eekholt seit mehreren Jahren. Er berichtet: „Auch wenn sich die Geschichten und gefilmten Tiere gleichen, ist doch jeder Film anders, je nachdem, wie die Teilnehmer auf sie schauen.“ Den genauen Blick für das Detail hat die „Blühwiese-Gruppe“ bereits entwickelt, wie Daniel Wehrend anerkennend festgestellt hat: „Ich habe das Rohmaterial gesehen, dabei sind tolle Nahaufnahmen, die einen ganz neuen Blickwinkel geben.“

Auf den ersten Blick ist es nur eine Wiese, dann sieht man aber doch, dass sie sehr komplex ist. Mats Lüsse, Teilnehmer am Filmcamp
 

Neben Insekten und den Marderartigen werden noch das Damwild und der Fuchs als Stars der Kurzfilme zu sehen sein, wenn am Freitag um 16 Uhr die Familien der Teilnehmer zur Vorführung ins Seminarhaus eingeladen sind.

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