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Holsteinischer Courier

21. Oktober 2017 | 07:46 Uhr

Rickling : Hickhack um den Radweg

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Es gibt keine besonderen Gefahren für Radler auf der Straße.

Rickling | Nun ist es offiziell und für jedermann sichtbar: Den als kombinierten Weg geplanten Seitenstreifen an der Ricklinger Dorfstraße dürfen nur noch Fußgänger benutzen. Vor wenigen Tagen wurden die entsprechenden Schilder aufgestellt. Für Radfahrer ist der Weg tabu. Sie müssen jetzt in jedem Fall auf der Straße fahren (der Courier berichtete). Der Kreis beruft sich auf die Straßenverkehrsordnung.

Um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer durch einen 2,5 Meter breiten, beidseitigen kombinierten Fuß- und Fahrradweg zu erhöhen, investierte die Gemeinde Rickling beim Ausbau der Dorfstraße rund 180 000 Euro mehr als für einen reinen Fußweg (1,5 Meter) notwendig gewesen wären. Nun darf der Radweg nicht genutzt werden.

Zu Begründung erläuterte Michael Krüger, Fachdienstleiter der Verkehrsaufsicht des Kreises Segeberg, dass die Beschilderung zur gemeinsamen Nutzung nur dann statthaft sei, wenn die Fahrradfahrer im fließenden Verkehr besonderen Gefahren ausgesetzt seien (Paragraf 45, Absatz 9 der Straßenverkehrsordnung). Das sei an der Dorfstraße aber nicht der Fall. „Wir hatten zwar die Nutzung als Kombiweg akzeptiert. Doch nach begründeter Rechtsauffassung der Polizei ist es ein Fußgängerweg. Und rein rechtlich müssen wir uns dem anschließen, da entsprechende Urteile vom Bundesverwaltungsgericht vorliegen. Diese Rechtslage haben wir auch dem Planer der Straße rechtzeitig mitgeteilt“, erklärte er.

Unterstützt worden seien die damaligen Klagen insbesondere vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Die Gebotsschilder Fußgänger/Fahrradfahrer bedeuten auch, dass es für Radfahrer verboten sei, die Straße zu nutzen. Das wiederum bedeute laut ADFC einen unerlaubten Eingriff in den Straßenverkehr. „Außerdem geht der ADFC davon aus, dass Radfahrer durch Grundstücksausfahrten auf innerörtlichen Fahrradwegen besonders gefährdet sind“, führte Krüger aus.

Die Gemeinde Rickling will sich dieser Anordnung jedoch nicht beugen. „Wir werden bei der Verwaltung gegen diese Entscheidung protestieren und versuchen, so zumindest das Zusatzschild ‚Fahrradfahrer erlaubt‘ zu erwirken. Ein Urteil betrifft ja immer nur einen Einzelfall und kann nicht als generelles Argument gelten. Denn das Sicherheitsgefühl, insbesondere der älteren Radfahrer, bleibt dabei völlig unberücksichtigt“, erklärte Bürgermeister Christian Thomann auf Anfrage.  

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