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Klassentreffen : Herzliches Wiedersehen nach 60 Jahren im Tungendorfer Schloss

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Feier der Diamantenen Konfirmation ging quasi nahtlos in ein Klassentreffen über

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2013 | 13:39 Uhr

Mit dem Erntedankgottesdienst in der Lutherkirche feierten am Sonntag 26 ehemalige Schüler der zwei Tungendorfer Abgangsklassen von 1953 ihre Diamantene Konfirmation. Am Nachmittag ging die Feier dann quasi nahtlos in ein Klassentreffen 60 Jahre nach der Entlassung über.

Noch im Kriegsjahr 1944 wurden sie eingeschult und besuchten die Rudolf-Tonner-, die Matthias-Claudius-Schule und einige auch später die Pestalozzischule. „1948 gab es in Tungendorf vier Klassen mit jeweils über 60 Schülern“, erinnerte sich Heinz Hansen, der seit mehreren Jahrzehnten die Treffen organsiert. „Die Schulbücher mit der Nazisymbolik wurden alle verbrannt. Unser Lehrer unterrichtete nach einem ,Realienbuch’ von 1922. So nannte man damals die Schulbücher“, so Hansen. Im Volkshaus habe es Musikunterricht und Turnen gegeben.

Deshalb freuten sich die Ehemaligen, den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen im Volkshaus verbringen zu können. Stadtteilvorsteher Henning Möbius begrüßte die Gäste, die aus ganz Deutschland angereist waren, mit einem kleinen Vortrag zur Geschichte des Hauses.

Renate Jordan, geborene Zimmermann, die als Siebenjährige mit ihren Eltern im Volkshaus, dem „Tungendorfer Schloss“, wohnte, sagte am Nachmittag: „Ich bin durch alle Räume gewandert und habe vieles entdeckt, was mich an meine schöne Kindheit erinnerte.“ Als Möbius von der „Warmbadeanstalt“ im Keller erzählte, konnten sich einige noch gut erinnern. „20 Minuten durfte man eine Wanne benutzen!“, rief einer.

Insgesamt gab es viel zustimmendes Gemurmel zu den historischen Fakten von Möbius, etwa zur „Warteschule“ (Kindergarten) und der Bibliothek, die von Anfang an im Hause waren.

Mit Hildegard Hansen war auch eine Lehrerin dieser Klassen zum Treffen gekommen. Die fidele 87-Jährige erinnerte sich an diese Jahre: „Für bestimmte Fächer waren wir gar nicht ausgebildet. Aber wir haben jeden Tag das unterrichtet, was notwendig war“, sagte sie. An Stellflächen im Saal des Volkshauses hatte Heinz Hansen eine kleine Fotogalerie eingerichtet, die ständig dicht umlagert war.

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