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Tierheim : Herrenlose Katzen werden zum Problem

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zurückgelassene Tiere machen viel Aufwand. Diverse Kolonien werden vom Tierheim betreut

Wilde und herrenlose Katzen werden in Neumünster zunehmend zu einem Problem. Es gibt schon regelrechte Brennpunkte, an denen es besonders schlimm ist. Und ein Trend scheint es in Neumünster zu sein, aus seiner Wohnung auszuziehen und die Katzen sich selbst zu überlassen.

Die Tierheim-Leiterin Gisela Bünz und ihr Team haben mit dem Einfangen und Kastrieren zurückgelassener und verwilderter Katzen alle Hände voll zu tun. „Die Leute sind heutzutage aufmerksamer als früher. Das bedeutet aber mehr Arbeit, sich um diese vermehrt gemeldeten Fälle zu kümmern“, sagt sie. Absolut kein Verständnis hat Gisela Bünz, wenn Leute wegziehen, ohne ihre Tiere mitzunehmen. Ein aktueller Fall sitzt bei ihr in der Quarantäne: „Robinson“ wurde von der Feuerwehr gebracht, ihre Besitzer waren ohne ihn aus der Warmsdorfstraße ausgezogen. Der schmucke schwarz-weiße Kater versteht die Welt nicht mehr, scharrt in seinem Käfig, maunzt und freut sich über jede Streicheleinheit. Gisela Bünz: „Das ist leider kein Einzelfall.“

Eine andere Frau zog aus ihrem Haus an der Hauptstraße aus, nahm ihre eigenen zwei Katzen mit, ließ aber vier angefütterte Katzen zurück. „In dem Bereich bei Famila ist ein Brennpunkt, es gibt dort viele halbwilde Katzen“, sagt sie. Eine Nachbarin, Sina Lesniak (36), informierte die Tierschützer und ist empört über deren Verhalten. „Diese vier Katzen sind der Frau wie Hunde hinterhergelaufen, das kann man nicht mit wilden Streunern vergleichen“, sagt sie zum Courier. Gisela Bünz hatte ihr geraten, die Katzen zunächst weiter zu füttern. Das tat Sina Lesniak trotz einer schweren Katzenhaar-Allergie, fühlt sich aber schlecht beraten: „Ich fühle mich alleingelassen und abgeschoben.“ Gisela Bünz verweist auf die enge Personallage in den Osterferien. „Wir können das ganz gut einschätzen. Wenn es brennt, dann lassen wir auch alles stehen und liegen und laufen los“, betont Gisela Bünz. Von offizieller Seite wie dem Veterinäramt rate man, diese Tiere nicht zu füttern. „Aber so kann man sie anlocken und einfangen. Zahme Exemplare haben eine Chance auf Vermittlung.“ Sie rät deswegen weiterhin zum Anfüttern, bittet aber auch Katzen-Melder um Geduld.

Sich auch um diese Fälle zu kümmern, kostet viel Zeit, manchmal auch unnötigerweise: „Erst gestern hörten wir von einer in einem Kellerschacht eingeklemmten verletzten Katze an der Klaus-Groth-Straße. Wir fuhren hin, da war die Katze schon raus. Sie gehörte einer Nachbarin.“ Jeder Fall werde bearbeitet, auch die Katzen an der Hauptstraße, versichert sie: „Aber es ist Frühling, die Tiere leiden keine Not. “ Brennpunkte wie diese gebe es viele, sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Bei Famila, aber auch am Wasserturm oder an der Fehmarnstraße beispielsweise kümmerten sich Ehrenamtliche um die Tiere; die Tierheim-Mitarbeiter bringen Futter hin.

 

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erstellt am 13.Apr.2015 | 07:00 Uhr

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