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KG Nyge-Münster : Herren ergötzten die Damenwelt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

180 Feierwütige ließen es auf der Damensitzung der Nyge-Münster krachen. Den Vogel schoss das Marner Männerballett ab

shz.de von
erstellt am 10.Jan.2016 | 17:06 Uhr

Neumünster | Dieser Abend war für Männer tabu – es sei denn, sie dienten der Belustigung der Frauen: Auf der Damensitzung der Karnevalsgesellschaft Nyge-Münster ging es am Freitagabend im Holstenhallen-Restaurant rund. Vier Stunden lang warfen sich die Herren der Schöpfung in lustige Kostüme, um 180 feierwütige „Weiber“ zu unterhalten – als komische Balletteusen, rassige Vamps oder süße Transvestiten. Bis Mitternacht lachten, tanzten und schwoften die Frauen – und feierten auch die Powerfrauen auf der Bühne, allen voran Wiebke Kollster, die als Andrea-Berg-Double für Stimmung sorgte.

Mit Kult-Schlagern wie „Du hast mich tausendmal belogen“ und „Die Gefühle haben Schweigepflicht“ heizte die Tungendorferin ein und hatte ihre Fans von Anfang an im Griff, die textsicher als Hintergrund-Chor lauthals mitsangen. Im sexy Outfit fetzte sie über die Bühne, sprang ins Publikum und war ihrem Vorbild sehr nahe. Selbst in den hinteren Reihen feierten die Gäste „ihre“ Andrea, die final mit einer Anekdote über „Döschdamper“ alle kichern ließ.

Aber auch andere „Weiber“ sorgten für Erheiterung: Andrea Clausen und Iris Niebuhr von Nyge-Münster kneteten bei einer Wellness-Massage ihre Karnevalisten-Männer Patrick und Marco Niebuhr und zogen über Ex-Männer, erotische Nutzflächen und elektrische Nasenhaartrimmer her, dass sich das Publikum vor Lachen bog.

Nadine und Doris Peters als Patientinnen in der Arztpraxis räsonierten zum Kichern schön mit russischem Dialekt über „Ohrologen“, „Därmatologen“ und „Arschäologen“. Ein Hingucker war das Nyge-Showballett: Die Ex-Garde machte als Stewardessen mit einem Boogie-Woogie und als zackige Soldatinnen „in the navy“ eine gute Figur.

Tim I., Prinz der Nyge-Münster und neben den Tontechnikern und Bühnenhelfern der einzige offizielle Mann im Saal, musste eine Menge über sich ergehen lassen. Travestie-Künstler Ginger riss einen zotigen Witz nach dem anderen, plauderte im grünen Fummel („Ich bin Arielle auf Crack“) teilweise grenzwertig über weibliche und männliche Körperteile und -flüssigkeiten, vibrierende Handys und trauernde Witwen und nahm das Publikum aufs Korn – inklusive Prinz, seinen drei Narrenfedern und seinem Hinterteil.

Dann enterten die wilden Piratenfrauen der KG Latuff aus Wiemersdorf („Marmelade Sisters“) säbelwirbelnd die Bühne und kaperten bei ihrer getanzten Schatzsuche den Prinzen gleich mit. Das weibliche Publikum kugelte sich. Herrlich parodierten Thomas Gries und Reiner Heitmann Helge Schneider und Peter Maffay: Die Zuschauerinnen kringelten sich bei „Es war Sommer“ und der „Maffay-Hupe“ („hat meinen Gesangsstil geprägt“) – und hupten laut juchzend mit.

Den Vogel aber schoss das Marner Männerballett „Plattfeut“ ab. Als komische Elevinnen hüpften sie so lustig in Tüllröckchen eine Kaiserwalzer-Parodie, dass alle jubelten. Als schräge Rocky-Horror-Gestalten inklusive „sweet transvestit“ in Strapsen tanzten sie kultig und hüftenwackelnd den „Time-Walk“ und wurden nicht ohne Zugabe von den entfachten „Weibern“ gegen Mitternacht entlassen.

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