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Wochenmarkt : Herbstküche: Grünkohl, Kürbis & Co.

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Auf dem Wochenmarkt gibt es ersten Grünkohl aus heimischem Anbau / Neue Sorten brauchen keinen Frost / Typisches Wintergemüse im Angebot

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2015 | 08:45 Uhr

Neumünster | Noch sind die Temperaturen angenehm, doch vor zwei Wochen gab es den ersten Frost. Das heißt: Die Grünkohlzeit naht! Gestern auf dem Wochenmarkt gab es bei einigen Selbsterzeugern bereits den ersten heimischen Grünkohl – und anderes typisches herbstliche Feldgemüse. Der Courier hörte und schaute sich um.

„Die Kunden warten auf kaltes Wetter, es wird noch nicht in rauen Mengen gekauft, aber nach dem ersten Frost haben wir jetzt schon Grünkohl. Außerdem gibt es im Gegensatz zu früher neu gezüchtete Sorten, die keinen Frost brauchen. Der Frost war früher notwendig, damit die Bitterstoffe aus dem Grünkohl gingen“, sagen Klaus Wischniewski (55) und seine Frau Britta (53) aus Groß Kummerfeld. Die Marktbeschicker, die seit Jahrzehnten auf dem Wochenmarkt sind, genießen den Grünkohl in der klassischen Variante: „Mit Schweinebacke, Kassler und Kochwurst, aber auf keinen Fall süße Kartoffeln.“ Als weiteres typisches Saisongemüse bieten sie Weiß- und Wirsingkohl an. „Weißkohl hat mehr Vitamin C als Apfelsinen. Auch Rosenkohl ist jetzt angesagt.“

Bereits die ersten Grünkohl-Bestellungen haben Uwe Seismann (58), Erzeuger aus Rendswühren, und seine Frau Heyde (57): „Der braucht keinen Frost, aber mit lässt er sich besser rupfen. Dann hat man aber auch eisige Finger“, sagt sie. An ihrem Stand können Jung und Alt sehen, wie Grünkohl eigentlich aussieht: Mehrere buschig gewachsene Teile liegen auf dem Tisch: „Das ist die Sorte Westerländer Halbhoher. Es gibt auch noch die alte Sorte Lerchenzunge, die hat schmalere Blätter und ist weniger ertragreich“, sagt Uwe Seismann als Kenner. Er liebt auch den Klassiker mit Kassler, Kochwurst und Schweinebacke – sie nimmt gerne Zucker über Grünkohl und Kartoffeln, er nicht. Gerade erst am Donnerstag hat Rolf Harder (52) aus Wiemersdorf, der in dritter Generation auf dem Wochenmarkt ist, den ersten Grünkohl des Jahres gegessen. Bei ihm auf dem Stand sind auch große Kürbisse im Angebot – die Sorte „Gelber Zentner“: „Die esse ich nur süß-sauer eingelegt.“ Von den kleinen Hokkaido-Kürbissen wird Suppe gekocht.

Spontan haben sich Monika Hoffmann (57) und ihr Mann Gerulf (62) aus Kiel-Altenholz für Grünkohl entschieden: „Als Alt-Neumünsteraner fahren wir öfter hierher. Weil die Krabben ausverkauft und die Pellkartoffeln schon fertig sind, machen wir den Kohl mit Räucherrippe, Kassler und Kochwurst, die Kartoffeln auf keinen Fall süß.“

Eine ganz andere Verwendung weiß Horst Schrinner: Er kochte für den guten Zweck auch die ausgefallene Grünkohlmarmelade: „Wenn man das nicht aufs Brötchen mag, lässt sie sich auch als Chutney zu Kassler essen“. Bei Wochenmarktbeschicker Klaus Wischniewski ist noch etwas Anderes bereits angesagt, wie er lachend zugibt: „Lebkuchen und Marzipan – ich bin eine echte Naschkatze.“
 

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