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Farbenpracht : Herbstfrüchte für Kinder und Tiere

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kastanien werden in Kitas zu Bewegungsbädern / Wildtiere müssen kontrolliert gefüttert werden / TBZ nimmt Laub entgegen

Der goldene Herbst zeigte sich gestern mit Sonnenschein und blauem Himmel in voller Pracht. Vor allem bei Gegenlicht leuchteten die Blätter in schönstem Goldgelb und sattem Dunkelrot. Herbstzeit ist auch Erntezeit: Ganze Familien und Kitas sind in dieser Jahreszeit unterwegs, um Kastanien, Eicheln und Laub zu sammeln – für verschiedene Zwecke. Sowohl Kinder als auch Vierbeiner freuen sich über die herbstliche Früchtepracht.

„Wir waren letzte Woche schon auf Sammeltour und werden nochmal losgehen. Unsere Kastanien werden in einem Bett- oder einem Deckenbezug zum Fühlkissen und -bett werden“, erklärte Christina Brüggen, Gruppenleiterin im Familienzentrum Ruthenberger Rasselbande. Gerade da es sich um eine integrative Kita handele, spiele so ein Wahrnehmungsangebot eine wichtige Rolle – Kastanien sind glatt, groß und rund, lassen sich auch von motorisch etwas schwächeren Händen gut greifen. Auch als eine Art Natur-Bälle-Bad, in das die Kinder sich legen können, werden die runden Früchte eingesetzt. In anderen Kitas haben die Kinder schon Laubgirlanden gebastelt oder auch kleine Figuren. Die meisten aber warten noch auf die Hoch-Zeit des Kastanienabwurfs.

Was jetzt von den Bäumen fällt, ist auch im Tierpark begehrt – allerdings nur als Futterspende und nicht als hineingeschmuggeltes Mitbringsel. Denn die letztere Variante bedroht die Gesundheit der Tierparktiere, erläutert Verena Kaspari, Zoologische Assistentin. „Wir müssen genau abwägen, was die Tiere beispielsweise durch Fruchtabwurf im Gehege schon zu sich genommen haben und die Kraftfuttergabe darauf abstimmen. Wenn die Tiere zu viel fressen, können sich ihre Mägen übersäuern. Bei einigen Arten kann das auch zu Koliken führen, und die können tödlich sein“, sagt sie. So hätten Mufflonschafe beispielsweise empfindliche Mägen. Mal ein paar Eicheln füttern nach dem Motto „Das macht doch nichts“ gehe gar nicht, stellt sie klar: „Am Tag der deutschen Einheit hatten wir 2500 Besucher. Wenn nur 500 davon ein bisschen füttern würden, gibt das ein Problem.“ Und es kann für Stress sorgen, schildert Verena Kaspari ein Beispiel. Da die Berberaffen-Sippe streng hierarchisch gegliedert ist, sorgt unbedachtes Füttern an rangniedere Tiere für mächtig Stress in der Gruppe.

Also gilt: Nur die Tierpark-Mitarbeiter dürfen füttern – außer an den Gehegen, an denen ausdrücklich Besuchern das Füttern gestattet wird. Wer etwas mitbringt, kann Kastanien & Co. in die Futter-Spendenhäuschen tun, in denen sortierte Tonnen für Kastanien, Eicheln, Brot und Fallobst parat stehen.

Die Geschmäcker sind verschieden: Wildschweine, Damwild, Sikas und Sattlerschweine mögen Kastanien und Eicheln, auch Gemsen und Mufflons. Berber- und Krallenaffen naschen gerne Fallobst wie Pflaumen und Äpfel, ebenso Ponys, Wisente und Highland-Rinder.

Auch frisches Grün ist willkommen: Weiden-, Buchen- und Pappelzweige sind gern gesehen als Futter für Elche, Rentiere und Wisente.

Gartenbesitzer können vom 14. Oktober bis zum 22. Dezember für drei Euro pro Kubikmeter ihr Laub beim Technischen Betriebszentrum an der Niebüller Straße und auf den sonnabends geöffneten Sammelplätzen abgeben. Im SWN-Wertstoffzentrum kostet eine Kofferraumladung 3,50 Euro, mit einer Zehnerkarte drei Euro. Dass das Ganze nicht kostenlos ist, erklärt TBZ-Leiter Ingo Kühl mit vorgeschriebenen Maßnahmen wie einer Intensivrotte bei mindestens 65 Grad über mindestens fünf Tage, um den Befall mit Miniermotten auszumerzen. Vor allem Rosskastanien seien extrem stark befallen. Aber auch Stein- und Kernobst sowie Ahorn und Buche sind betroffen. „Nachbar“ auf dieser Seite

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erstellt am 08.Okt.2013 | 09:00 Uhr

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