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Konjunktur in Neumünster : Herbst-Umfrage: Die Wirtschaft brummt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Unternehmensverband Mittelholstein: „Gewerbesteuer runter“. Große Risiken durch den Fachkräftemangel

von
erstellt am 10.Nov.2017 | 08:15 Uhr

Neumünster | Die Wirtschaft in der Region brummt. Das spiegelt sich auch in der Herbst-Konjunkturumfrage des Unternehmensverbands Mittelholstein (UVM) wider. Der UVM-Vorsitzende Jens van der Walle bezeichnete die konjunkturelle Lage in Neumünster als „gut und aufstrebend“ und sieht angesichts des greifenden Sparkurses zur Haushaltskonsolidierung durchaus Spielraum für eine Senkung der Gewerbesteuer.

Noch benötigt Neumünster Konsolidierungshilfen des Landes. Doch dieser Vertrag, der die Stadt zu sparsamen Wirtschaften und zur Ausschöpfung aller Einnahmepotenziale, etwa durch einen hohen Gewerbesteuersatz von 410 Prozent, verpflichtet, läuft im Dezember 2019 aus. Eine Senkung der Gewerbesteuer könne „weitere Ansiedlungen investitionsbereiter Unternehmen nach sich ziehen“, so van der Walle: „Der bisher hohe Hebesatz hat die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts jedenfalls nicht gefördert.“

Dennoch fließe zurzeit ein großes Investitionsvolumen nach Neumünster, sagte van der Walles Stellvertreter Ulf Michel. Er nannte etwa die im Bau befindliche Stückgutumschlagsanlage von Voigt-Logistik am Donaubogen. Wachstum im Industriegebiet Süd gibt es auch an anderer Stelle. Michel nannte das geplante Käsewerk der Meierei Barmstedt mit einer Jahresproduktionsmenge von 35 000 Tonnen ab Frühjahr 2019, die Ansiedlung des Frachtspeditionsdienstes Peter Bade und das geplante DHL-Express-Zentrum.

Auch am Eichhof entwickle sich die Nachfrage nach Gewerbeflächen positiv. Michel: „Neumünster kann inzwischen eine Bilanz vorweisen, die so manche Kommune neidisch werden lässt.“ Die Wirtschaftsagentur habe 2017 bereits 150 000 Quadratmeter städtische Gewerbefläche verkauft. Da die Flächen knapp werden, solle die Stadt an ein interkommunales Gewerbegebiet denken, sagte Michel und sprach von einer „Win-Win-Situation“. Die Umlandgemeinden dürften solche Gebiete nicht ausweisen, und Neumünster fehle der Platz dafür.

Obwohl die Wirtschaft in allen Branchen floriert und es deutliche Anzeichen dafür gibt, dass das auch 2018 so bleibt, sieht der UVM-Vorsitzende auch Risikofaktoren. „Der Fachkräftemangel trübt die Wachstumshoffnungen“, sagte van der Walle und wies auf die teils schon dramatischen Auswirkungen im Handwerk hin. „Wir können nicht nur Abiturienten haben, die alle studieren wollen. Es muss auch Leute geben, die die Unis bauen“, sagte van der Walle.

Dass das Land die Erhebung von Straßenausbaubeiträgen künftig in das Ermessen der Kommunen stellen will, sieht van der Walle nicht als Selbstgänger, sondern Streit in Neumünster programmiert. Wenn die Stadt auf Beiträge verzichtet, benötigt sie eine andere Finanzierungsquelle. Das Land habe zwar eine Kompensation zugesagt, dabei aber keine Aussagen über die Höhe gemacht.

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