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Europa-Wahlkampf : Henkel kritisiert „Euromantik“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

AFD-Spitzenkandidat Hans-Olaf Henkel auf Wahlkampftour in Neumünster. Ex-BDI-Präsident: „Kritik am Euro ist nicht Kritik an Europa“.

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erstellt am 08.Mai.2014 | 17:00 Uhr

Neumünster | Den Professor könne man sich sparen – Hans-Olaf Henkel, Spitzenkandidat der Alterative für Deutschland (AFD) bei der Europawahl, gab sich locker. Und bei 19 Anhängern und Interessierten hatte der Wahlkampfauftritt im Holstenhallenrestaurant auch eher Stammtisch-Charakter.

„Am 25. Mai sind wir da“, sagte der frühere Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie. Umfragen ordneten die AFD solide bei sechs bis acht Prozent ein. 2014 werde die AFD zudem in drei Bundesländerparlamenten vertreten sein. Henkel: „Damit ist die AFD nicht mehr kleinzuschreiben und an den rechten Rand zu drücken.“

Tags zuvor hatte Henkel in Hamburg-Wandsbek vor 500 Zuhörern gesprochen. Antifa-Störer skandierten dort „Nazis raus“. Henkel: „Damit muss man leben, wenn man gegen den Strich bürstet.“ Henkel wetterte nicht nur gegen „selbst gleichgeschaltete Medien“ und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, den er als „Euromantiker“ bezeichnete. Auch Kanzlerin Angela Merkel bekam ihr Fett weg. Sie habe es mit einem rhetorischen Trick verstanden, Kritik am Euro mit Kritik an Europa gleichzusetzen. „Das ist zu einer Religion geworden in Deutschland, und wenn man dagegen verstößt, wird man zum Ketzer erklärt“, so Henkel.

Dass die überwältigende Mehrheit der Deutschen gegen Euro-Rettungspakete sei, aber erstaunlicherweise am Euro festhalten wolle, nannte Henkel schizophren: „Man kann nicht beides.“ Seine Prognose: Deutschland werde sich als letztes Land aus dem Euro verabschieden. „Deshalb benötigen wir Verbündete in anderen Ländern“, so Henkel. Mit ausländerfeindlichen Parteien wie dem Front National in Frankreich werde sich die AFD nicht verbünden. Geert Wilders in Holland, die FPÖ in Österreich und die United Kingdom Independance Party kämen auch nicht in Frage. „Die will raus aus der EU, das wollen wir nicht“, sagte Henkel und nannte seine Wunschpartner: „Die Konservativen in Großbritannien und die Bürgerlichen in Dänemark, Schweden oder Tschechien – die wollen alle den Euro nicht.“

 

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