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Hemmungslos gestohlen, um Drogenschulden abzubauen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

von
erstellt am 10.Feb.2017 | 13:48 Uhr

Wegen Diebstahls „in besonders schwerem Fall“ hat das Amtsgericht Neumünster einen 40-jährigen Neumünsteraner zu 10 Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt.

Der Mann muss die Strafe jetzt zusätzlich zu seiner anderthalbjährigen Haftstrafe absitzen, die er derzeit in der Justizvollzugsanstalt an der Boostedter Straße verbüßt. Einziger Lichtblick für ihn: Auf Drängen seines Verteidigers darf der Mann hinter Gittern eine Therapie beginnen, um eventuell von seiner langjährigen Drogensucht loszukommen.

Die Sucht war es offensichtlich auch, die den Mann immer wieder mit dem Strafgesetz in Konflikt brachte. Um seine Drogensucht zu finanzieren, zuletzt auch um den aufgrund seiner Sucht stark angewachsenen Schuldenberg abzubauen, war der Mann in den vergangenen Jahren immer wieder auf Diebestour vornehmlich durch Geschäfte in Kiel und Neumünster gezogen.

In der jetzt vom Gericht verhandelten Serie von sieben Einzelfällen hatte er unter anderem das Einkaufszentrum an der Baeyerstraße, den Rewe-Markt und Karstadt am Großflecken um hochwertige Spirituosen oder Parfum erleichtert. Die geklauten Flaschen reichte er meist gegen Bares oder Drogen an Bekannte weiter. Bei Rewe am Großflecken war er zuletzt mit fünf Flaschen Whisky erwischt worden, obwohl er erst eine Woche zuvor mit einem Hausverbot belegt worden war.

Vergeblich plädierte der Anwalt des geständigen Diebes auf verminderte Schuldfähigkeit seines Mandaten: Unter den Eindruck von Drogen und Medikamenten sei das Schuldbewusstsein seines Mandanten völlig ausgeblendet gewesen. „Wir haben es mit jemandem zu tun, der schwer abhängig ist.“

Richterin und Staatsanwältin mochten sich dem nicht ganz anschließen: Der Angeklagte habe zwar hemmungslos gestohlen, um seine Drogensucht zu finanzieren, „er wusste aber jederzeit genau, was er tat“, stellte die Staatsanwältin klar.

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