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Helmut Schmidt : Helmut Schmidt hinterließ auch Spuren in Neumünster

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mehrfach kam der Alt-Kanzler zum Musik-Festival - und jedes Jahr in den Tierpark.

Neumünster | Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt (†) hat auch in Neumünster seine Spuren hinterlassen. Er war durchaus regelmäßig zu Gast in der Stadt. Beispielsweise gehörte in jedem Sommer unbedingt ein Besuch im Tierpark dazu, wenn er mit seiner Loki Urlaub am Brahmsee machte.

Als Freunde der klassischen Musik waren die Schmidts auch immer wieder zu Gast beim Schleswig-Holstein Musik-Festival in der Holstenhalle. Und Ende der 1980er-Jahre wurde dort mindestens ein Abend sogar noch im Haus der Schmidts am Brahmsee fortgesetzt. Das hat Neumünsters früherer Bürgermeister Dr. Kajo Schommer († 2007) immer wieder gern berichtet.

Mehrere Kommunalpolitiker aus Neumünster haben sich gestern gegenüber dem Courier traurig zum Tod von Helmut Schmidt geäußert.

Die SPD-Kreisvorsitzende Kirsten Eickhoff-Weber fühlte sich an ihre eigenen Anfänge in der SPD erinnert. Der von Schmidt verantwortete Nato-Doppelbeschluss (zur Stationierung von amerikanischen Pershing-Raketen in Westeuropa) habe sie 1979 in die Friedensbewegung getrieben, sagte die heutige Landtagsabgeordnete. Aus der anfänglichen Distanz zu Schmidt sei nach und nach Verständnis und schließlich Bewunderung für „Schmidt Schnauze“ geworden. Das Misstrauensvotum gegen Schmidt 1982 habe sie bewogen, sich dauerhaft in der SPD für sozialdemokratische Politik zu engagieren, so Eickhoff-Weber: „Er hat mich mein ganzes Leben lang stark beeinflusst.“

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Döring gab sich gedämpft: „Man kann sich eine Zeit ohne ihn noch gar nicht vorstellen“, sagte der frühere Europaminister, der Schmidt bei mehreren Begegnungen kennengelernt hat: „Bei aller Brillanz war er privat ein ganz bescheidener Mensch.“ Dabei bezögen sich die Verdienste Schmidts lange nicht nur auf seine Kanzlerschaft. Schmidt habe auch Jahrzehnte nach seiner Kanzlerschaft noch wichtige, wegweisende Impulse für die deutsche Politik gegeben, sagte Döring.

Der CDU-Kreisvorsitzende Wolf Rüdiger Fehrs nannte Schmidt „einen großen Politiker, der uns in Deutschland fehlen wird“. Er habe sich nie vor Auseinandersetzungen und zupackenden Diskussionen gescheut. Und er habe sich nie gescheut zu rauchen. „So wenig, wie er sich den Mund verbieten ließ, ließ er sich jemals das Rauchen verbieten. Das hatte was“, sagte Fehrs.

Das CDU-Urgestein Herbert Möller (92) hat Schmidts Aufstieg von Anfang an verfolgt. „Er ist einer unserer großen Kanzler. Herausragend war für mich, wie er gegen weite Teile seiner Partei den Nato-Doppelbeschluss durchsetzte“, sagte Möller. Aber auch die Härte während der Schleyer-Entführung bleibe in Erinnerung. „Das war Staatsräson, die er über alles gestellt hat“, meinte Möller voller Respekt.

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erstellt am 11.Nov.2015 | 12:00 Uhr

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