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Flüchtlinge : Helfer wollen Angebote besser abstimmen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

150 Akteure aus Schleswig-Holstein kamen zu einem Netzwerktreffen im Anschargemeindehaus zusammen.

von
erstellt am 05.Sep.2015 | 09:00 Uhr

Neumünster | Es war ein faszinierendes Bild, das Ministerpräsident Torsten Albig von Neumünster im Jahr 2030 zeichnete: Eine Stadt, die ihren Bevölkerungsschwund überwunden hat, deren Wirtschaft boomt und in der der Verwaltungs-Chef einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen kann. „Politik und Bürger werden dann zurückschauen und sich die Frage stellen, was der Drehpunkt für diese Entwicklung gewesen ist“, sagte Albig und gab auch gleich die Antwort: „Frauen und Männer in der Stadt machten sich auf den Weg und erkannten, dass eine große Chance darin liegt, dass Menschen zu uns kommen. Männer und Frauen, die in den Flüchtlingen nicht Sozialfälle sahen, sondern Menschen.“

Damit diese Geschichte in 15 Jahren vielleicht wirklich erzählt werden kann, sei in erster Linie eine gute Vernetzung der verschiedenen Angebote für Flüchtlinge notwendig. Im Gemeindehaus der Anscharkirche trafen sich daher gestern auf Einladung der Nordkirche und des Diakonischen Werks rund 150 hauptamtliche Vertreter von Land, Kreisen, kirchlichen Einrichtungen und Wohlfahrtsverbänden in Schleswig-Holstein, um gemeinsam nach Wegen für eine bedarfsgerechte Integrationskultur zu suchen. Auf diese Weise sollen beispielsweise die Betreuung und Begleitung von Flüchtlingen, die Sprachförderung sowie die Koordination von ehrenamtlicher Hilfe zielgerichtet gestaltet werden.

Aus Sicht von Landespastor Heiko Naß ist eine abgestimmte Flüchtlingsarbeit dringend notwendig: „Wir sind derzeit bis an die Grenzen beansprucht. Daher ist es sinnvoll, die Akteure in einen Austausch zu bringen und zu vernetzen. So können wir doppelte Strukturen vermeiden und Synergieeffekte nutzen.“

Dass diese Aufgabe nicht leicht umzusetzen ist, machte auch Albig deutlich: „Wir stehen vor der größten Herausforderung, die wir seit Jahrzehnten hatten. Wir haben uns als Gesellschaft zu beweisen, und mein Eindruck ist, dass wir dieser Prüfung gemeinsam gewachsen sind“, sagte er und griff noch einmal seine Zukunftsvision von Neumünster auf: „Vielleicht wird 2030 wirklich ein Ministerpräsident diese Geschichte erzählen. Weil es Menschen gab, die sich aufgemacht haben und die fest daran glaubten, dass Kinder an Stränden spielen sollten und dort nicht elendig verrecken.“

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