Bönebüttel : Helfer hatten alles unter Kontrolle

Fahrzeugtüren herausbrechen und Holme durchtrennen: Mit schwerem Gerät knackten die Feuerwehrhelfer den Kleinwagen und schafften Zugang für die Rettungssanitäter und Ärzte.
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Fahrzeugtüren herausbrechen und Holme durchtrennen: Mit schwerem Gerät knackten die Feuerwehrhelfer den Kleinwagen und schafften Zugang für die Rettungssanitäter und Ärzte.

Bei starkem Wind und Regen übten die Feuerwehrleute aus Bönebüttel und Neuenrade die Bergung nach einem Unfall.

shz.de von
22. März 2017, 17:00 Uhr

Bönebüttel | Es war ein Bild, das nichts Gutes versprach, das die freiwilligen Helfer der Feuerwehren Bönebüttel und Neuenrade erwartete. Bönebütteler und Neuenrader Feuerwehrleute zeigten gemeinsam mit Rettungseinheiten aus Plön und Neumünster am Montag ab 19.45 Uhr vollen Einsatz. Am Ende der Husberger Dorfstraße in Richtung Gadeland war ein schwerer Unfall inszeniert wurden. Zum Glück handelte es sich um eine Übung.

Auf dem angrenzenden Knickwall hatte eine riesige Eiche die Schleuderfahrt eines Kleinwagens gebremst. Mit eingedrücktem Motorraum hing der Wagen auf dem meterhohen Knick – im Fahrzeug der Fahrer und eine Beifahrerin auf dem Rücksitz. Blut an der Windschutzscheibe, Stille im Auto, der Fahrer hinter dem Lenkrad zusammengesunken. Mehr war auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Strömender Regen begleitete das Szenario am Ende der Dorfstraße. Das große Glück der Fahrzeuginsassen: Sie waren Statisten des Malteser-Hilfsdienstes aus Neumünster und spielten nicht zum ersten Mal die Unfallopfer bei einem Übungsszenario für Rettungsdienste. Deswegen blieben Fahrer Jürgen Pawlowski und Beifahrerin Heike Reumann auch ruhig, als später die große Blechschere am Fahrzeug angesetzt wurde, während draußen „Mimenbetreuerin“ Eike Singer aufpasste, dass ihren Mitstreitern nichts passierte. Das kann beim Einsatz von schwerem Gerät wie Spreizer und Schere durchaus passieren. „Kleine Fehler können sich selbst bei einer Übung schnell rächen“, weiß die erfahrene Helferin. Achtsamkeit und Routine zeigten allerdings am Montag auch die Schnelleinsatzgruppe des Arbeiter-Samariter-Bundes aus dem Kreis Plön und die Freiwilligen aus den Feuerwehren Bönebüttel und Neuenrade, die zu der geheimen Übung ausgerückt waren.

Ganze sieben Minuten brauchten die Feuerwehrleute aus Bönebüttel und Husberg vom Alarm um 18.45 Uhr bis zum Eintreffen an der Unfallstelle. Nur 15 Minuten nach dem Alarm rückte auch Neuenrade zu der Gemeinschaftsübung an. Der Standort der Rendswührener Feuerwehr liegt immerhin neun Kilometer entfernt von der Unfallstelle. „Das ist eine durchaus beachtliche Zeit“, meinte Sebastian Kirchner von der Feuerwehr Bönebüttel-Husberg, der für das Übungsszenario verantwortlich war. Hinter dem Gewusel aus 35 Feuerwehrleuten, einem Dutzend Helfer der schnellen Eingreiftruppe aus Plön und den Helfern der Malteser verbarg sich System. Während sich die Einsatzleiter der Wehren einen Überblick verschafften und die Sanitäter sich bereits um die Verletzten kümmerten, wurden im Hintergrund die Unfallstelle abgesichert, Lichtmasten, Generatoren für Strom und die Hydraulik für die Rettungsscheren aufgebaut. Ein möglicher Löscheinsatz wurde vorbereitet, das Fahrzeug auf auslaufenden Kraftstoff geprüft und mit Holzklötzen und Gurten gegen ein Abrutschen vom Knick gesichert. Fast zeitgleich begannen die Feuerwehrhelfer den Rettungssanitätern und dem Notarzt Zugang zu den Verletzten zu verschaffen. Danach ging es um die Stabilisierung der Fahrzeuginsassen. Eine Stunde verging wie im Flug, dann konnten die Helfer auch den eingeklemmten Fahrer unter Einsatz von Schere und Spreizer befreien. „Bei Schönwetter kann ja jeder“, sagten die Helfer, als die nächste Regenfront von der Seite in ihre Gesichter klatschte. 

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