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Trainerwechsel : „Helfe aus Verbundenheit zum VfR“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Thomas Möller wurde gestern als neuer Coach von Neumünsters Fußball-Regionalligist vorgestellt. Der Nachfolger von Uwe Erkenbrecher hat genaue Vorstellungen davon, wie er das Team zum Klassenerhalt führen will.

Seit gestern Nachmittag, 17.17 Uhr, ist nun auch offiziell, was bereits in der Dienstagausgabe des Holsteinischen Couriers zu lesen war: Thomas Möller ist neuer Trainer des Fußball-Regionalligisten VfR Neumünster. Unmittelbar nach der Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Mannes leitete der 47-Jährige auch schon sein erstes Training. „Ich helfe vor allem aus alter Verbundenheit zum VfR“, betonte Möller, der bereits von Januar 2006 bis Sommer 2007 bei den Lila-Weißen als Cheftrainer arbeitete.

Möller ist Nachfolger von Uwe Erkenbrecher, der erst gestern kurz vor 16 Uhr vom VfR-Vorsitzenden Gerd Grümmer mitgeteilt bekam, was er inoffiziell bereits am Montagabend in einem Gespräch mit unserer Zeitung erfahren hatte. „Dafür habe ich mich bei ihm entschuldigt“, sagte Grümmer. „Das hat er nicht verdient. Wir sind dankbar für das, was er hier angeschoben hat. Er war inspirativ und oft fordernd, aber sehr hilfreich. Allerdings erfordern außergewöhnliche Situationen eben manchmal außergewöhnliche Maßnahmen. Wir haben einfach sechs, sieben Punkte zu wenig.“ Erkenbrecher räumte noch am Dienstag seine Kabine an der Geerdtsstraße.

Für den neuen Mann hatte sich der VfR bereits zuvor entschieden. „Thomas Möller war unser Wunschtrainer für die neue Saison“, erklärte Grümmer, „und wir sind da schnell auf reges Interesse gestoßen.“ Die aktuelle Entwicklung habe sich kurzfristig ergeben. „Wir haben uns Gedanken auf allen Ebenen gemacht“, sagte der VfR-Boss und berichtete von Gesprächen innerhalb des Vorstandes, mit Erkenbrecher, aber auch mit der Mannschaft. „Das Bild war ambivalent“, erklärte Grümmer. „Die Mannschaft ist gefestigt, aber wir sehen eben auch oft die fehlende Durchschlagskraft.“ So habe man sich über Ostern zum Handeln entschieden.

„Eigentlich war geplant, dass ich erst zum 1. Juli übernehme“, erklärte Möller. Als der Verein auf ihn zugekommen sei, habe man sich jedoch zügig auf eine sofortige Übernahme geeinigt. Sein Vertrag läuft dabei unbefristet. „Beide Seiten können jeweils zum Monatsende kündigen. Das finde ich fair. Diese Freiheit habe ich zuletzt bei allen meinen Stationen gehabt – und die möchte auch mir auch hier erhalten“, erläuterte der 47-Jährige.

Die sportliche Lage bei den Lila-Weißen ist prekär. „Das bin ich ja gewöhnt“, sagte Möller und erinnerte an seine erste Amtszeit beim VfR, aber auch seine jüngste Tätigkeit in Heide. „Da waren die vier Jahre dazwischen in Todesfelde wie Urlaub, so unkompliziert war das.“ Die Aufgabe bei Rasensport sei nun aber auch „sehr reizvoll“, betonte er.

Den Ernst der Situation beschönigte er nicht. „Es ist durch die Ergebnisse am Wochenende nicht einfacher geworden. Wir sind mit eineinhalb Beinen in der SH-Liga“, weiß Möller angesichts von nunmehr vier Punkten Rückstand auf den sicher rettenden 15. Tabellenplatz. Rechenspiele, dass selbst der jetzige 17. Platz reichen könnte, sollte St. Pauli in die 3. Liga absteigen und der Regionalliga-Meister den Aufstieg schaffen, interessieren den neuen Trainer indes nicht: „Darauf können wir uns nicht verlassen, deshalb lohnt es nicht, sich damit zu beschäftigen.“ Somit ist ein erneutes Wunder wie 2006, als Möller den VfR am letzten Spieltag der damals viertklassigen Oberliga Nord noch rettete, auch dieses Mal nötig.

In den sieben Partien, die im Kampf gegen den Abstieg noch anstehen und die der neue Mann als „sieben Aufstiegsspiele“ bezeichnete, will Möller an Kleinigkeiten arbeiten. „Im Gegensatz zu meiner ersten Amtszeit hier habe ich keine Vorbereitung. Deshalb kann ich nur an kleinen Schrauben drehen“, sagte der „autoritäre Kumpeltyp“, wie sich der Ex-Zweitliga-Profi als Trainer selbst charakterisierte: „Ich werde viele Gespräche führen.“ Das erste war ein längeres mit Co-Trainer Nikica Vrcic, der zumindest bis Saisonende an Bord bleiben wird. „Danach werden wir gemeinsam entscheiden“, erklärten Grümmer und Möller unisono. Der Trainingsrhythmus soll von bisher sechs auf vier wöchentliche Einheiten heruntergeschraubt werden. „Wir richten den Fokus jetzt auf das Wichtigste, und das sind die Spiele am Wochenende“, sagte der neue Coach.

Von der Mannschaft, die sich in der Rückrunde bislang sehr diszipliniert (nur eine Niederlage), aber auch wenig durchschlagskräftig präsentiert hatte, fordert er „mehr Mut“. Nicht mehr nur Unentschieden, sondern Siege sind nötig. „Damit wollen wir am Sonntag anfangen. Aber auch wenn es damit nicht klappen sollte, haben wir noch sechs weitere Spiele, um die nötigen Punkte zu holen“, betonte Möller, der das Team in den Heimspielen gegen Cloppenburg (0:0) und Rehden (1:1) beobachtete, im Hinblick auf das wegweisende Kellerduell gegen das abgeschlagene Schlusslicht FT Braunschweig.

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erstellt am 08.Apr.2015 | 07:00 Uhr

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