Konzert mit „Diebesgut“ : Helene Nissen singt in Neumünster: Bisher kennt sie nur das Outlet

Daumen hoch: Helene wird am Sonnabend in Neumünster auftreten.
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Daumen hoch: Helene wird am Sonnabend in Neumünster auftreten.

Die 20-jährige Sängerin aus Hollingstedt gibt am Sonnabendabend ein Konzert im KDW. Es gibt noch Karten.

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01. März 2017, 09:00 Uhr

Neumünster | Sie ist das kleine Bündel Lebensfreude, das man aus dem Fernsehen kennt. Fröhlich hüpft Helene Nissen zwischen den Jungs der Band „Diebesgut“ umher, schmachtet mit ihrer unverwechselbaren Stimme Basti beim Duett „Die Liebe“ an. Es ist die letzte gemeinsame Probe der 20-jährigen Sängerin aus Hollingstedt (Kreis Schleswig-Flensburg) und der vier Bandmitglieder vor dem Auftritt am kommenden Sonnabendabend im Kulturverein Dada am Waschpohl (KDW) – und der sh:z war dabei.

Sie freue sich sehr auf Neumünster und ihre Fans in der Stadt, sagt die angehende Abiturientin in einer Probenpause. Bisher sei sie hier noch nicht aufgetreten, kenne nur das Designer-Outlet-Center. „Ich war nach der Eröffnung mal da. Es hat mir gut gefallen, aber ich habe mir nichts gekauft“, erzählt die Drittplatzierte beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest (ESC) und lächelt.

Basti (32), Marvin (25), Dennis (26) und Tobi (25) grinsen ebenfalls. Die vier Jungs der Kieler Band „Diebesgut“ sind froh, Helene mit im Boot zu haben. Den Kontakt zu ihr knüpften sie bereits im Sommer vergangenen Jahres – weit bevor sich die junge Sängerin und Gitarristin für den ESC bewarb. „Eigentlich wollte ich eine ganz andere Sängerin für meinen selbstgeschriebenen Song ‚Die Liebe‘, aber die hat dann abgesagt – zum Glück“, sagt Tobi alias Tobias Ahmed, Gitarrist und Gründungsmitglied von Diebesgut. Helene, die damals im Urlaub in Frankreich war, musste nicht lange überlegen. „Mir hat das gefallen, ich habe sofort zugesagt“, erzählt sie.

Mit 14 Jahren begann ihre musikalische Karriere. Die Eltern meldeten ihre Tochter zum Gesangsunterricht an. Das Gitarrespielen brachte sie sich mehr oder weniger alleine bei. Im Jugendalter gründete Helene ihre erste eigene Band. Bei ihren Auftritten mit dabei ist meist ihr jüngerer Bruder Kjell. Das wird auch am Sonnabend um 20 Uhr im KDW so sein. Die Geschwister werden das Konzert von „Diebesgut“ eröffnen.

Doch nicht nur das. „Helene wird den ganzen Abend präsent sein“, verspricht Sänger Bastian „Basti“ Schossow, der aus Neumünster kommt und sich auf das vierte „Heimspiel“ der Band freut. Das Programm ist eine Überraschung. Nur soviel verrät Helene: „Ich werde den ESC-Song ‚Wildfire‘ singen, auch wenn er eigentlich Levinas Hit ist.“ Isabella Levina Luuen (25) hatte beim ESC-Vorentscheid vor rund drei Wochen die Zuschauer überzeugt und wird Deutschland bei dem Musikwettbewerb am 13. Mai in Kiew mit dem Titel „Perfect Life“ vertreten.

„Diebesgut“ wird am Sonnabend die Lieder ihres im vergangenen Jahr erschienenen Albums „Großer Mann“ präsentieren. Neu an der selbstgeschriebenen Rockmusik ist die große Vielfalt an Musikeinflüssen, die die Jungs erstmals in dieser Form zusammenmixen. Hip-Hop-, Punk-, Pop- und Elektroelemente tauchen auf. „Premiere feiert bei uns der Synthesizer“, sagt Tobi.

Einen kleinen Vorgeschmack auf das Konzert am Abend gibt die Band gemeinsam mit Helene am Sonnabend bereits um 13.30 Uhr auf dem Großflecken. Sie knüpft damit an eine kleine Tradition an. „Wir haben vor unseren bisherigen Konzerten in der Stadt auch immer eine Kostprobe gegeben“, sagt Basti. Er ist sich sicher, dass wie bei den vergangenen Konzerten der Band das KDW wieder gut gefüllt sein wird. „Wir haben so 30 bis 40 Fans, die immer wiederkommen. Und dann zieht Helene ja jetzt vielleicht auch noch den einen oder anderen an“, sagt er. Der Eintritt kostet sieben Euro.

Und dann verraten die Jungs auch noch, wie sie auf den Namen für ihre Band gekommen sind. „Es ist sehr viel Bier geflossen, und es war sehr philosophisch. Wir saßen im Rathausbunker und überlegten, was man alles stehlen kann: ein Herz, Ideen, eine Lampe … Und letztlich sind wir doch alle Diebesgut“, sagt Basti und grinst.

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