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Solokonzert : Heinz Rudolf Kunze rechnet mit Donald Trump ab

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

400 Zuhörer lauschten den Worten und Tönen des Rockpoeten in der Stadthalle / Das Publikum hing dabei aufmerksam und nahezu mucksmäuschenstill an seinen Lippen

Neumünster | Bei seinem Gastspiel im Saal der Stadthalle gab Heinz Rudolf Kunze am Sonnabend ein ungewöhnlich intimes Solokonzert, bei dem er – so wie man es von ihm kennt – nicht nur seine Lieder sang, sondern sich auch klar zu seinen politischen Positionen äußerte.

Immer wieder ging er dabei vor den rund 400 Zuhörern mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump hart ins Gericht. Dabei machte er sich über dessen Gebaren mit der satirischen Posse über den dicken, dummen König sowie dem Text zu „alternativen Fakten“ (Lügen) lustig und bezeichnete ihn an einer Stelle sogar als größenwahnsinnigen „Kaugummi-Hitler“. Die 400 Zuhörer dankten Kunze diese Haltung mit zustimmendem Applaus.

Und bei Liedern wie „Es ist Krieg“, „Robert Limpert“ und der Menschenrechtshymne „Aller Herren Länder“ rückten die Zuhörer im Saal denn auch merklich ein Stück enger zusammen.

Gleichzeitig machte sich der Rockpoet aus der Wedemark einen Spaß daraus, das Publikum mit skurrilen, amüsanten Geschichten in die Irre zu führen. Zwischen Gitarren und Klavier wechselnd, spielte, rezitierte und sang er (ganz Kunze) mit nahezu gleichgültiger Mimik und doch mit großer Intensität. Das Publikum hing dabei aufmerksam und nahezu mucksmäuschenstill an seinen Lippen, um ja keine Pointe zu verpassen.

Doch den Zuhörern blieb auch so mancher Lacher im Halse stecken. Denn konsequent und nach dem Sinn suchend geht es in vielen Kompositionen und Texten des 60-Jährigen zynisch zu. Genau dafür wird der bissige Sprachjongleur seit mehr als 30 Jahren gefeiert. Deshalb war es kein Wunder, das bei vielen Melodien in den Reihen mitgesungen wurde. Dies galt insbesondere für die Liebeslieder „So wie du bist“, „Elixier“ oder auch „Leg nicht auf“, in denen Kunze mit Feingefühl, Zärtlichkeit und Hingabe das schwierige, zweisame Miteinander in Worte fasste.

Auf den Hit „Dein ist mein ganzes Herz“ ließ es sein Publikum natürlich ganz bis zum Schluss warten. Doch selbst danach hätte es, dem begeisterten Beifall nach zu urteilen, für die meisten gut noch ein Stündchen weitergehen können.

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