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SHHB: Bilanz und Ausblick : Heimatbund hat mit Rechten nichts zu tun

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ortsverein distanziert sich vom selbst ernannten „Heimatbund Schleswig-Holstein“ / Flüchtlinge sind willkommen / Volles Programm in 2016

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2016 | 18:48 Uhr

Neumünster | Für den Ortsverein des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes (SHHB) war es ein erfolgreiches Jahr: „Unsere Veranstaltungen wurden gut besucht. Meistens kamen mehr als 70 Besucher, darunter viele Gäste“, sagte der Vorsitzende Jens Kay gestern und zog eine positive Bilanz. Außerdem gewann der 120 Mitglieder starke Verein elf neue Mitglieder: „Das alles macht Mut, dieses Jahr wieder ein interessantes Programm auf die Beine zu stellen. Themen sind Neumünster, Land und Leute, Natur und Landschaft, aber auch Politik“, sagte Kay, der gestern mit Vorstandsmitgliedern einen Ausblick auf das Jahr gab.

Nur eines trübte die positive Bilanz: Die Mitglieder fühlten sich von Rechtsextremen instrumentalisiert, die sich „Heimatbund Schleswig-Holstein“ nennen. Der SHHB habe damit nichts zu tun, sagte Jens Kay auch in Übereinstimmung mit seinem Landesverband. „Wir lassen uns nicht missbrauchen, unser Verband ist neutral und offen und steht der Integration neuer Mitbürger aufgeschlossen gegenüber, zumal angesichts der aktuellen Flüchtlingswelle Erinnerungen an die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg hochkommen. Ausdrücklich sprechen wir uns gegen alle Formen von Nationalismus und Ausgrenzung aus“, zitiert Kay den SHHB-Präsidenten Dr. Jörn Biel.

Der Verband versteht sich als bürgerschaftliches Netzwerk von rund 240 Mitgliedsorganisationen. Ziel sei es, die kulturellen Eigenheiten Schleswig-Holsteins zu bewahren, aber auch Neues zu entwickeln. Flüchtlinge könnten hier im Land eine Heimat finden, so Kay.

Von den zehn Veranstaltungen, zu denen Gäste jeder demokratischen Couleur und Nationalität willkommen sind, drehen sich fünf um Neumünster und Kultur. Die Kunsthistorikerin Dr. Anette Falkenberg erzählt im Anschluss an die Jahreshauptversammlung Wissenswertes über das Preußenviertel (25.1.). Nachdem 2015 der Fokus auf der Vicelinkirche lag, wird der ehemalige Propst Johannes Jürgensen in und über „Die Vicelinkirche – Gotteshaus und Bauwerk mit Geschichte“ aus seinem jahrelangen Erfahrungsschatz schöpfen (23.5.). Christiane Wilbrandt von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt informiert über aktuelle Projekte des Denkmalschutzes (26.9.). In der Vorweihnachtszeit werden Mitglieder der Initiative Leselust Märchen für Erwachsene lesen (28.11.), und auf der Adventsfeier des Vereins (13.12.) erzählt Wolfgang Schütz von der Niederdeutschen Bühne „Geschichten zum Advent in Hoch- und Plattdeutsch“.

Ein weiterer Themenblock umfasst Politik, Landeskunde und Natur. Zum „Judentum in Schleswig-Holstein gestern und heute“ wird Dr. Frauke Dettmer, ehemalige Leiterin des Jüdischen Museums Rendsburg, viel Interessantes zu erzählen wissen (22.2.). Der Landesbeauftragte für den Wolf, Jens-Uwe Matzen, wird die aktuelle Situation über Wölfe in Schleswig-Holstein beleuchten (29.3.). Über die „Kraft der Bäume“ referiert Diplom-Biologe Dr. Jürgen Eigner (25.4.). Mit vielen alten Bildern spürt Uwe Steinhoff der Entstehung des Nord-Ostsee-Kanals hinterher (22.8.). Über „Bernstein, das Gold des baltischen Meeres“ referiert Dr. Reinhard Laszig (24.10). Alle Vorträge, soweit nicht anders vermerkt, finden um 19.30 Uhr in der Galerie des Restaurants Johann&Amalia in der Stadthalle am Kleinflecken statt, sind öffentlich und kostenfrei. Um Anmeldung unter Tel. 3 68 50 (Jens Kay) wird gebeten.

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