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Neumünster : Heckenschütze feuerte auf Hund "Taxi"

vom

Eine Mutter war mit ihrem Sohn und drei Hunden in Neumünster unterwegs. Dann gabs ein zischendes Pfeifen. Einer der Irish Setter wurde schwer verletzt.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 09:10 Uhr

Neumünster | Es sollte ein schöner Abendspaziergang für eine Mutter, ihr Kleinkind und ihre drei Hunde werden. Doch dann fiel plötzlich mitten in der Böcklersiedlung ein Schuss. Einer der Irish Setter wurde getroffen und ringt jetzt mit dem Tod.
Sandra Preuß (38) ist immer noch völlig geschockt, wenn sie an den Freitagabend denkt. Gegen 19 Uhr ging sie mit ihren drei älteren Settern die Lötzener Straße entlang. Sohn Kian (2) fuhr fröhlich auf seinem Laufrad hinterher. "Wir kamen aus Richtung Hans-Böckler-Schule", erzählt die Hundebesitzerin. An der Lötzener Straße auf Höhe der Hausnummer 2 wollte sie ihre ruhige Hündin Taxi zum Spielen animieren und beugte sich zu dem siebenjährigen Tier herunter. "Plötzlich nahm ich ein zischendes Pfeifen wahr. Gleich darauf jaulte Taxi laut auf und brach blutend zusammen", beschreibt Sandra Preuß. Wenig später war ihr klar, dass ihre Hündin vermutlich von der gegenüberliegenden Straßenseite aus angeschossen worden war - mitten im Wohngebiet.

Nicht der erste Vorfall dieser Art


Sofort nahm sie ihren kleinen Sohn und die anderen beiden Hunde und rannte mit ihnen ein Stück die Straße entlang - "nur raus aus der Schusslinie", sagt sie. Dann alarmierte sie die Polizei. "Noch bevor die Ermittler vor Ort eintrafen, kam eine junge Frau hinzu und erzählte, dass ihr kürzlich etwas Ähnliches passiert sei. Nur wurde damals niemand getroffen, sodass die Passantin auf eine Anzeige verzichtet habe.
Hündin Taxi hingegen musste noch am selben Abend operiert werden. Doch der Tierarzt konnte das Projektil zunächst nicht finden. Weil sich der Zustand des Hundes verschlechterte, brachte Sandra Preuß ihn am Sonnabend in die Tierklinik nach Wasbek. Tierarzt Dr. Johannes Frahm operierte erneut. Denn: "Das Projektil war auf dem Röntgenbild deutlich zu sehen. Es steckte mitten im Hund. So einen langen Weg kann es nicht zurücklegen, ohne etwas im Körper zu zerstören", erklärt der Veterinär. Letztendlich hatte das Projektil den Dünndarm der Hündin an fünf Stellen durchschlagen und war in der Darmwand stecken geblieben. "Die Verletzung hätte zum Tod geführt", so der Tierarzt. "Über den Berg ist der Hund noch nicht", meint Frahm. Mittlerweile kann Taxi aber zu Hause versorgt werden.

Spitzkopf-Diabolo verletzte Taxi


Das Projektil, das in der Klinik entfernt werden konnte, ist ein sogenannter Spitzkopf-Diabolo. Ein Internetversandhändler hebt "die hohe Durchschlagkraft und Eindringtiefe mit höchster Schockwirkung" dieser Munition hervor. "Geeignet für starke Luft- und Jagdluftgewehre", heißt es weiter. "Bei einem Menschen hätte dieses Geschoss ähnliche Verletzungen verursacht", so Dr. Johannes Frahm. Somit waren auch Sandra Preuß und ihr kleiner Sohn, der mit seinem Laufrad nur knapp einen Meter von der Hündin entfernt war, in höchster Gefahr.
Die Hundebesitzerin setzt zurzeit alle Hebel in Bewegung, um vor dem Heckenschützen in der Böcklersiedlung zu warnen und Zeugen zu finden. Die Polizei bittet unter Tel. 04321-9450 um Hinweise.
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