Reaktion nach Protest der Mieter : Hausverwaltung wird jetzt aktiv

Hoffnung für die Anwohner: Am Haus Neumünster an der Dithmarscher Straße wurde mit Fassadenarbeiten begonnen. Die Hausverwaltung Altro Mondo will weitere Mängel in Angriff nehmen  und verspricht bessere Kommunikation.
Hoffnung für die Anwohner: Am Haus Neumünster an der Dithmarscher Straße wurde mit Fassadenarbeiten begonnen. Die Hausverwaltung Altro Mondo will weitere Mängel in Angriff nehmen und verspricht bessere Kommunikation.

Nach Klagen hat die in die Kritik geratene Hausverwaltung Altro Mondo reagiert und mit der Behebung von Mängeln begonnen. Außerdem wurden neue Hausmeister an der Dithmarscher Straße und am Hansaring eingestellt.

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05. November 2013, 06:00 Uhr

Die Mieter an der Dithmarscher Straße und in dem Areal Hansaring 158 bis 174 schöpfen langsam Hoffnung. Seit einigen Wochen tut sich etwas in den beiden Wohnkomplexen. An beiden Standorten hatten die Anwohner nach einem Wechsel der Hausverwaltung und an der Dithmarscher Straße auch des Besitzers über haltlose Zustände geklagt. Nach Aussage der Mieter wurden zum Beispiel wichtige Reparaturen an einem Fahrstuhl, einer Klingelanlage, einem maroden Fenster oder an der Außenbeleuchtung nicht erledigt. Die Hausmeister wurden an beiden Standorten entlassen. Die Außengelände verkamen zusehends. Und die neue Hausverwaltung Altro Mondo aus Ronnenberg bei Hannover regte sich trotz Beschwerden offenbar nicht. Die Anwohner der Dithmarscher Straße waren außerdem besorgt über den Verfall des zentral gelegenen Hauses Stormarn, das seit rund vier Jahren leer steht (der Courier berichtete). Doch jetzt gibt es Anzeichen dafür, dass die Verwaltung nach und nach tätig wird: An der Dithmarscher Straße ist bereits das Haus Neumünster mit einem Baugerüst versehen worden.

„Wir haben dort mit den Fassadenarbeiten begonnen“, erklärt Anika Bogon von Altro Mondo. Demnach sollen dort mit Ausnahme des Hauses Stormarn alle Gebäude des Areals nach und nach aufgearbeitet werden. „Es werden schadhafte Stellen an der Fassade beseitigt, und es gibt einen neuen Anstrich mit Erosionsschutz“, so die Mitarbeiterin der Verwaltung. Anschließend sollen die Treppenhäuser gestrichen werden.

Sie gibt den Mietern Recht, dass noch vieles im Argen ist. „Wir machen derzeit noch eine Bestandsaufnahme der Mängel. Es wurde jahrelang nichts gemacht“, heißt es von der Verwaltungsfirma Altro Mondo, die vom neuen Besitzer des Komplexes an der Dithmarscher Straße seit den Sommermonaten eingesetzt wurde.

Eine weitere gute Nachricht für die Mieter: Laut Anika Bogon haben sowohl die Häuser an der Dithmarscher Straße als auch die Blocks am Hansaring wieder einen Hausmeister. „Seit Anfang Oktober ist dort wieder ein Hausmeister im Einsatz“, heißt es. Der werde sich Schritt für Schritt auch um die Außenanlagen kümmern. Zurzeit würden die üblichen Herbstarbeiten erledigt, Blätter beseitigt oder Abläufe gereinigt. „Die Hausmeister müssen erst mal wieder Grund reinbringen, die Feinpflege kommt dann im Frühjahr“, so Anika Bogon.

Was mit dem Haus Stormarn im Herzen der Dithmarscher Straße geschehen wird, ist hingegen derzeit unklar. „Zurzeit werden verschiedene Nutzungsmöglichkeiten gemeinsam mit Fachleuten geprüft. Noch gibt es aber keine Entscheidung. Sicher ist jedoch: Es wird kein Leerstand bleiben, sagt Anika Bogon. Den Ärger der zahlreichen Mieter über die Probleme in den vergangenen Monaten kann sie nach eigenen Angaben gut verstehen. „Es hat Kommunikationsprobleme gegeben“, räumt sie ein und verspricht: „In Zukunft wollen wir die Mieter frühzeitiger über unsere Pläne informieren, damit es keine Spekulationen und Frustrationen gibt. Wir wollen wieder ein angenehmes Wohnumfeld schaffen, damit sich Mieter wohl fühlen.“

Die Anwohner der beiden Komplexe begrüßen die neue Initiative der Hausverwaltung. Doch sie bleiben auch skeptisch. „Es ist gut, dass was passiert. Hoffentlich wird auch der Rest noch gemacht“, sagt eine Frau und deutet auf das Baugerüst am Haus Neumünster an der Ecke Dithmarscher Straße, Boostedter Straße.

„Die sind jetzt bemüht, und man sollte ihnen auch eine Chance geben. Doch es läuft irgendwie nur schleppend an“, sagt Barbara Todt (46), die am Hansaring wohnt. Und sie gibt Beispiele: So ist das Fenster ihrer Nachbarin immer noch defekt. Teile der Außenbeleuchtung ebenfalls. „Ein Nachbarjunge, der Elektriker lernt, hat einige Lampen repariert. Der Rest ist noch kaputt“, erzählt die Mieterin. Von dem neuen Hausmeister hat sie durch einen Anschlag am schwarzen Brett erfahren – und sich gefreut. „Er hat auch schon Rasen gemäht. Aber er hat hier einfach zu viele Baustellen auf einmal. Das wird noch dauern“, meint Barbara Todt.

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