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Mieter in Sorge : Haus Stormarn in Neumünster verkommt

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Viele Mieter rund um das leer stehende Haus Stormarn fürchten, dass das ehemalige Seniorenheim weiter verfälllt. Der neue Eigentümer stellt sich stur.

Die Dithmarscher Straße verkommt. Da sind sich viele Anwohner rund um das ehemalige Seniorenheim Haus Stormarn einig. Nicht nur, dass das siebenstöckige Haus in der Mitte des Areals seit Herbst 2009 leer steht und zusehends verfällt. Auch in den umliegenden Häusern Neumünster, Lauenburg, Dithmarschen oder Oldenburg steht es nach Ansicht vieler Mieter mit der Pflege nicht zum Besten. Insbesondere seit der Komplex im Sommer erneut verkauft wurde, herrscht bei vielen Anwohnern erheblicher Unmut.

„Ich bin richtig sauer!“, sagt eine Anwohnerin, die seit 30 Jahren im Haus Neumünster lebt und ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte. „Hier gibt es keinen Ansprechpartner mehr. Der Fahrstuhl war wochenlang defekt. Wenn man bei der neuen Verwaltung anruft, passiert ewig gar nichts. Die Außenanlagen werden kaum gepflegt, und alles wirkt heruntergekommen. Und das Haus Stormarn ist vernagelt und mit Farbe beschmiert“, erzählt die Frau. Nachbarn pflichten ihr bei: „Hier war es mal ruhig und hübsch. Das ist alles vorbei“, sagen sie resigniert.

Direkt nebenan im Haus Lauenburg macht eine weitere Hiobsbotschaft die Runde: Der Vertrag des Hausmeisters wurde nicht verlängert, und die Putzfrau soll auch weg sein – jetzt fehlt insbesondere den vielen älteren Mietern ihr Ansprechpartner vor Ort.

Bis zum jüngsten Verkauf durch die Kölner Immobiliengesellschaft Vivacon AG, die das Paket 2007 mit 543 Einheiten von der Wobau erworben hatte, war die ID Nord mit der Verwaltung betraut. Die hat ein Büro an der Wasbeker Straße, aber die neue Verwaltung namens Altro Mondo sitzt in Ronnenberg bei Hannover und gibt sich auf Fragen nach dem neuen Besitzer des Gesamtkomplexes und den Zukunftsplänen äußerst wortkarg. Überhaupt scheint der neue Besitzer sehr daran interessiert zu sein, seine Identität und die Planung erst einmal für sich zu behalten.

Wem ihre Wohnungen jetzt eigentlich gehören, bleibt für die Mieter also vorerst ein Rätsel. Stattdessen machen Gerüchte die Runde: „Das soll so ’n Sylt-Typ sein. Da kam mal einer mit ’nem dicken Wagen vorgefahren“, hat eine Mieterin gehört.

Auch die Stadt versucht derzeit, an den großen Unbekannten heranzutreten. Sie möchte unter anderem Klarheit über Pläne für das leerstehende Haus Stormarn haben, das seit dem Abriss der sogenannten Hufeisensiedlung gegenüber vom alten FEK-Eingang vom Sachsenring aus als Schandfleck weit sichtbar ist. „Die Stadt will dringend Kontakt zum Eigentümer aufnehmen, um städtebauliche Aspekte zu klären und die Wohnqualität in dem Viertel zu sichern. Das gestaltet sich aber schwierig“, erklärte Stadtsprecher Stephan Beitz.

Auch Courier-Recherchen liefen bislang ins Leere. Selbst auf schriftliche Anfrage wollte die neue Verwaltung keinen Kontakt zu dem Besitzer herstellen. „Der Eigentümer ist nicht relevant und zu diesem Zeitpunkt auch nicht gewillt, etwas zu sagen“, heißt es stattdessen von Altro Mondo. Der Besitzer ließ lediglich ausrichten, er ließe sich „für ein exklusives Interview zur gegebenen Zeit gern bezahlen – im fünfstelligen Bereich“.

 

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erstellt am 25.Sep.2013 | 16:43 Uhr

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