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Autobahnausbau : Haselmaus muss umgesiedelt werden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Informationsveranstaltung zum Ausbau der Autobahn 7 in der Stadthalle war nur schwach besucht

Neumünster | Beim Ausbau der Autobahn 7 auf sechs Fahrspuren wird nicht nur an den Lärmschutz für die Anlieger in der Gartenstadt, in Wasbek und in Padenstedt gedacht, sondern auch an die Nachbarn auf vier Pfoten. Zwei Haselmauskolonien nahe der Abfahrt Neumünster-Süd sollen umgesiedelt werden.

Das war am Dienstagabend bei einer Informationsveranstaltung des A7-Baukonsortiums Via Solutions Nord in der Stadthalle zu erfahren. Das Interesse war schwach: Gerade sieben Besucher fanden sich ein, meist aus beruflichem Interesse. „Wir liefern Asphalt für die Bauarbeiten und fahren das Fräsgut ab“, sagte Holger Danielsen, der Inhaber eines Brokstedter Fuhrbetriebes.

Thomas Laib-Wegener, der Geschäftsführer von Via Solutions Nord, spulte dennoch seinen Vortrag ab. Der A7-Ausbau sei unumgänglich. Prognosen sagten bis 2030 eine Steigerung des Verkehrsaufkommens um 30 Prozent voraus. Der A7-Ausbau werde bis 2018 eine Mammut-Aufgabe und auch Beeinträchtigungen mit sich bringen, so Laib-Wegener.

Allein im Bauabschnitt 1, der vom Bordesholmer Dreieck bis kurz vor Neumünster-Mitte reicht, müssen acht Brücken ertüchtigt oder ganz neu gebaut werden. Eine davon ist die am Prehnsfelder Weg. Für den Abbruch der alten Brücke muss die Autobahn vom 13. Juni um 22 Uhr bis zum 14. Juni um 9 Uhr komplett gesperrt werden (der Courier berichtete). Der Verkehr wird in dieser Sonnabendnacht durch Neumünster geleitet. Wegen der Holstenköste ist die Innenstadt an diesem Wochenende gesperrt, zudem der Hansaring zwischen Gerhard-Hauptmann-Platz und Roonstraße wegen Fernwärmearbeiten der Stadtwerke dicht (der Courier berichtete).

Die Haselmäuse, die sich an der Autobahn offenbar pudelwohl fühlen, haben noch etwas Schonfrist. Der Bereich um die Anschlussstelle Neumünster-Süd liegt im zweiten Bauabschnitt, und der ist erst in den Jahren 2017/18 dran. „Die Haselmäuse werden auch nicht eingefangen, sondern weggelockt“, sagte Peter Caspar Hamel, der Sprecher von Via Solutions Nord, auf Nachfrage. Dazu werden für die nachtaktiven Nager ganz gezielt Haselsträucher an geeigneter Stelle neu gepflanzt. Das Ganze sei ein längerfristiges Projekt und werde untersucht.

Ambitioniert ist auch die Wildbrücke, die zwischen der Raststätte Brokenlande und der Brokenlander Au gebaut werden soll. Sie wird etwa 65 Meter breit sein und damit breiter als jede andere Autobahnbrücke. An den Seiten werden drei Meter hohe Holzwände dem Wild Sichtschutz bieten. „Ziel ist es, den Wildwechsel zu ermöglichen und den Genpool nicht weiter durch Verkehrsstraßen einzugrenzen“, sagte Hamel.

Drei Lärmschutzwände sind im Neumünsteraner Autobahnabschnitt vorgesehen. Eine Schutzwand erstreckt sich über knapp 250 Meter bei Padenstedt in Fahrtrichtung Hamburg. Bei Neumünster-Mitte/Wasbek gibt es auf beiden Seiten, aber nicht direkt gegenüberliegend knapp 600 Meter Lärmschutzwände. Im Norden ist ab Prehnsfelder Weg in Fahrtrichtung Flensburg eine gut 420 Meter lange Lärmschutzwand zum Schutz der Gartenstadt geplant.

 

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erstellt am 16.Apr.2015 | 05:00 Uhr

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