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Arbeitsmarkt : Hartz IV kostete 46 Millionen Euro

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Jobcenter präsentierte im Sozialausschuss das Jahresergebnis 2014. Neue Satzung für angemessene Unterkunftskosten beginnt erst zu greifen.

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erstellt am 13.Mär.2015 | 05:30 Uhr

Neumünster | Die Sicherung des Lebensunterhaltes der knapp 10  800 Hartz-IV-Empfänger in Neumünster hat im vergangenen Jahr gut 46,7 Millionen Euro gekostet. Das wurde jetzt im Sozial- und Gesundheitsausschuss deutlich, wo Jobcenter-Chef Thorsten Hippe das Jahresergebnis 2014 und das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm für 2015 erläuterte.

Der Bund zahlt den Hartz-IV-Empfängern den Regelsatz. Er soll den Bedarf für Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat, Strom (ohne Heizung) und für die Bedürfnisse des täglichen Lebens decken und liegt nach der Erhöhung zum Jahreswechsel bei 399 Euro im Monat für einen Erwachsenen. In der Summe waren das im vergangenen Jahr in Neumünster 24,51 Millionen Euro.

Die Stadt dagegen muss für die Kosten der Unterkunft aufkommen, also für Miete und Heizung. Das kostete 22,14 Millionen Euro – und lag fast um 900  000 Euro über dem Wert von 2013. Allerdings wird ein Teil dieser Unterkunftskosten wieder vom Bund erstattet. Nach den ersten Berechnungen der Stadt werden das knapp 28 Prozent oder 6,2 Millionen Euro sein.

Als Gründe für die gestiegenen Unterkunftskosten nannte Hippe auf Courier-Nachfrage vor allem die höheren Energiekosten. Außerdem gab es schlicht mehr Empfänger von Leistungen. Und die neue Satzung griff noch nicht: Sie regelt, welche Wohnungskosten als angemessen gelten. Wegen längerer Karenzzeiten musste die Stadt noch lange Mieten nach den deutlich höheren Werten der Wohngeldtabelle akzeptieren.

Das war aber Hippe zufolge der einzige Wermutstropfen. Bei der Integration in Arbeit erreichte das Jobcenter Spitzenwerte und wurde dafür von der Bundesagentur für Arbeit ausgezeichnet (der Courier berichtete). „Ein dickes Kompliment vor allem an unser Jugendteam“, lobte Hippe. Dennoch bleibt die Arbeit im Jobcenter eine Sisyphusaufgabe. Der Sockel an Langzeitarbeitslosen ist nur schwer abzubauen. „70 Prozent der Kunden haben keinen Berufs- und keinen Schulabschluss“, sagte Hippe. Drei von vier Arbeitslosen werden als Langzeitarbeitslose vom Jobcenter und nicht von der Arbeitsagentur betreut.

Die Themen Hartz IV und Jobcenter sind nicht unbedingt positiv besetzt. Umso bemerkenswerter ist die Note „befriedigend“, mit der die Jobcenterkunden die Beratungsleistung an der Friedrichstraße beurteilten. Leistungsanträge werden dort innerhalb von höchstens vier Tagen bearbeitet. Das ist fast vier Mal schneller als der Vorgabewert.

In diesem Jahr stehen dem Jobcenter 5,7 Millionen Euro für Eingliederungshilfen zur Verfügung. Dazu gehört auch die Produktionsschule in der Werkhalle des Museums Tuch + Technik. Zwölf arbeitslose Jugendliche helfen dort bei der Sanierung der Halle und werden dabei zugleich für den Arbeitsmarkt qualifiziert. Sehr erfreut zeigte sich Hippe auch über den positiven Ratsbeschluss zur Einrichtung einer Jugendberufsagentur. Die Idee dahinter: Die Berufsberatung der Arbeitsagentur, das Jugendteam des Jobcenters, die Berufsbildungszentren und der Allgemeine soziale Dienst bieten Beratung unter einem Dach an, um Jugendlichen den Übergang von der Schule in den Beruf zu ermöglichen. „Wir sind bekennende Befürworter dieser Idee und wären auch bereit, Personal dafür zu stellen“, sagte Hippe. 

 

 

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