Nach Feuer in Neumünster : Hansa-Haus zieht in die Gartenstadt

20. Februar, kurz nach 7 Uhr: Die Feuerwehr hatte den offenbar gelegten Brand im Hansa-Haus schnell unter Kontrolle. Der Sachschaden im Gebäude  ist dennoch immens. Pächter Thomas  Rousseau  rechnet mit monatelangenSanierungen.
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20. Februar, kurz nach 7 Uhr: Die Feuerwehr hatte den offenbar gelegten Brand im Hansa-Haus schnell unter Kontrolle. Der Sachschaden im Gebäude ist dennoch immens. Pächter Thomas Rousseau rechnet mit monatelangenSanierungen.

Das Feuer am Hansaring wurde offenbar von Einbrechern gelegt. Die Sanierung könnte Monate dauern.

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03. März 2014, 06:45 Uhr

Neumünster | Der verheerende Brand im Hansa-Haus geht offenbar auf das Konto von rücksichtslosen Einbrechern, die ihre Spuren verwischen wollten. Eine offizielle Bestätigung der Polizei über die Brandursache steht zwar noch aus, fest steht aber, dass die Traditionsgaststätte am Hansaring 36 unmittelbar vor dem Brand von Einbrechern durchstöbert worden ist.

Die Eindringlinge hatten in den Gasträumen unter anderem mehrere Sparkästen von der Wand gerissen und aus einer Wohnung im Obergeschoss einen kompletten Tresor mit Bargeld, Sparbüchern und Papieren abtransportiert.

Die Ermittler waren nach dem Brand am frühen Donnerstag vorletzter Woche unter anderem auf Spuren einer Flüssigkeit gestoßen, die in mehreren Räumen über die Fußböden verschüttet war – für die Polizei ein klarer Hinweis auf mögliche Brandstiftung. Über mehrere Tage waren die Räume für weitere Ermittlungen gesperrt.

Noch immer geschockt betrat Thomas Rousseau, Betreiber des Hansa-Hauses, jetzt erstmals nach dem Brand das inzwischen wieder freigegebene Gebäude. Sämtliche Räume und Säle sind noch immer verqualmt. Tresen, Küche und Inventar sind von Staub und Asche bedeckt. Im Übergang zum großen Saal hat die Feuerwehr Decke und Boden auf großer Fläche aufgerissen, um den Flammen beizukommen. Der Schaden sei noch gar nicht absehbar, sagte Rousseau, vermutlich müsse der komplette Betrieb entkernt werden. Die Gutachter der Versicherungen haben sich schon angemeldet.

Der Chef im „Hansa-Haus“ war erst am späten Sonntag mit seiner Frau von einer Schiffsreise zurückgekommen. Eine Nachbarin hatte ihm die Hiobsbotschaft noch am Morgen nach dem Brand per SMS mitgteilt: „Eine Katastrophe“, sagt Rousseau, der inzwischen aber auch das Glück im Unglück erkannt hat, wie er unterstreicht: Er selbst bewohnt mit seiner Frau eine der beiden Wohnungen über der Gaststätte, aus der auch der Tresor gestohlen wurde. Die andere bewohnt sein Sohn André, der die Brandnacht entgegen ursprünglichen Planungen ebenfalls außerhalb des Hauses verbracht hatte. Im Erdgeschoss hatten die Flammen nur wenige Meter neben einer Propangasflasche gelodert. „Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn das Feuer nicht rechtzeitig entdeckt worden wäre“, sagt Rousseau.

Um so bitterer empfindet er böse Gerüchte, in denen über eine „heiße Sanierung“ spekuliert wird. „Eine Sauerei“, sagt Rousseau: „Mit dem Hansa-Haus waren und sind wir gut im Geschäft.“

Damit das so bleibt hat der Geschäftsmann Kontakt zu Kollegen aufgenommen, die teils von sich aus Unterstützung angeboten haben. Inzwischen hat er eine feste Kooperation mit dem Gemeinschaftshaus an der Domagkstraße geschlossen, das dem Hansa-Haus in den kommenden Wochen eine Art „gastronomisches Asyl“ gewährt. Das Gemeinschaftshaus stellt Räume und Küche zur Verfügung, wann immer es passt, darf das Team vom Hansa-Haus dort brutzeln und seine Gäste bedienen.

Dutzende von Veranstaltungen, Hochzeiten und Geburtagsfeiern hat Rousseau inzwischen umgeleitet. Mit zahlreichen anderen Kunden muss er noch Kontakt aufnehmen. Jetzt hofft der Gastronom, dass ihm die Gäste in die Gartenstadt folgen. Wie lange das „Hansa-Haus“ still liegen wird, kann Rousseau derzeit noch nicht sagen. Er rechnet mit Sanierungen, die sich über Monate hinziehen könnten.

Ironie der Schicksals: Eigentlich sollte das Hansa-Haus-Team um Sohn André Rousseau in den kommenden Wochen einen Restaurant-Preis für Servicequalität und Ambiente erhalten. Jetzt wird die Auszeichnung vermutlich an der Domagkstraße überreicht, sagt Rousseau.

>Wegen des Feuers im Hansa-Haus wird der Telefonanschluss der Gaststätte derzeit nicht bedient. Thomas Rousseau ist über Handy unter Tel. 0176/ 23840171 erreichbar.

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