Neumünster : Hanfplantage in eigener Bude: Mildes Urteil für jungen Gärtner

justizhammer

Vor dem Schöffengericht musste sich ein 31-jähriger Mann aus Neumünster verantworten. Er hat in seiner Wohnung zwei Kilo Cannabis angebaut.

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22. Januar 2018, 14:43 Uhr

Im großen (legalen) Stil ist die Hanfplantage noch Zukunftsmusik für Neumünster, auf kleinem illegalen Niveau gedeihte die Haschisch-Pflanze aber schon mal prächtig – jedenfalls bis die Polizei kam.

Die Beamten staunten jedenfalls nicht schlecht, als sie vor einem Jahr bei einer Razzia in der Max-Richter-Straße auf die gepflegte Zimmerplantage des 31-jährigen Mieters stießen. Im Polizeibericht bescheinigten sie dem Mann durchaus ein grünes Händchen. Das spezielle Anzucht-Zelt sowie die technischen Gerätschaften, die für optimale klimatische Bedingungen sorgten, „machten einen professionellen Eindruck“, schrieben sie über den Hobby-Gärtner.

Der musste sich für seine gärtnerischen Erfolge jetzt vor dem Schöffengericht verantworten. Zwei Kilo Cannabispflanzen beschlagnahmte die Polizei in seiner Wohnung, mit einem Wirkstoffgehalt von 145 Gramm – immerhin das 19,3-Fache der juristisch gerade noch „geringen“ und damit legalen Menge von 7,5 Gramm, wie die Staatsanwältin vorrechnete.

Der Angeklagte machte angesichts der klaren Beweislage gar nicht erst den Versuch, sich herauszureden, sondern räumte den illegalen Drogenanbau in den eigenen vier Wänden unumwunden ein. Die Hälfte der Ernte habe er für den Eigenverbrauch zurücklegen, mit der anderen Hälfte seine Schulden von rund 20 000 Euro abbauen wollen. Nach Abnehmern habe er sich in seinen Bekanntenkreis bereits umgehorcht, räumte er auf Nachfrage der Richterin unverblümt ein.

Trotz der nicht unerheblichen Rauschgiftmenge, stimmte das Gericht letztlich gnädig, dass der 31-Jährige mit seinen Geständnis offenbar reinen Tisch machen wollte: „Ich habe Mist gebaut“, räumte er kleinlaut ein. Entsprechend nachsichtig zeigte sich die Richterin. Sie hielt dem Cannabis-Gärtner zugute, dass er bislang nur mit „weichen Drogen“ – eben Haschisch – ertappt wurde und er auch sonst keine Vorstrafen vorzuweisen hat. Sie verurteilte ihn zu acht Monaten Haft, die auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Die Chancen, dass die eigene Familie den ledigen 31-Jährigen wieder auf den rechten Weg hilft, stehen gut: Die eigene Schwester hatte die Reißleine gezogen und der Polizei die illegale Hanfplantage gemeldet.

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