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Holsteinischer Courier

21. November 2017 | 02:01 Uhr

Festakt : Handwerk muss um den Nachwuchs kämpfen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Lehrlinge trugen sich bei der zentralen Einschreibfeier ins Goldene Buch der Kreishandwerkerschaft ein

von
erstellt am 06.Okt.2017 | 08:30 Uhr

Neumünster | Mit drei Stockschlägen war die Sache perfekt: In der Bad Segeberger Kreissporthalle fand jetzt die zentrale Einschreibungsfeier der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein statt. Lehrlinge aus insgesamt 16 Innungen schrieben sich in das Goldene Buch ein.

Die Zeremonie ist gute Tradition. Die frischgebackenen Auszubildenden werden so feierlich im Beisein ihrer Familien, Freunde und der Obermeister der Innungen in das regionale Handwerk aufgenommen. Und das muss sich inzwischen mehr und mehr um den Berufsnachwuchs strecken. Im Kreis Segeberg und in Neumünster wurden bislang 775 neue Lehrverträge abgeschlossen – im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitraum noch 834. In Neumünster ging die Zahl der Verträge von 264 auf 241 zurück, im Segeberger Kreisgebiet von 570 auf 534. Das ist gegen den Landestrend, denn in Schleswig-Holstein konnten die Handwerkskammern insgesamt ein Plus von 192 Verträgen verzeichnen. Insgesamt sind es 6425 neue Ausbildungsverträge.

„Sie haben den Schritt in eine handwerkliche Lehre gewagt. Dazu kann ich nur sagen: alles richtig gemacht“, sagte Kreishandwerksmeister Michael Kahl. Für ihre Lehrzeit gab er den Auszubildenden eine selbstbewusste Haltung mit auf den Weg – und sprach direkt den in allen Innungen herrschenden Fachkräftemangel an. Viele Betriebe könnten vorhandene Aufträge oft nicht abarbeiten beziehungsweise künftige gar nicht erst annehmen. Die Azubis von heute seien deshalb gefragt wie nie, so Kahl.

Das Handwerk bilde nach wie vor einen der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in Deutschland, sagte Kahl. Die Zukunft der Lehrlinge sei sicher: „Mit einer handwerklichen Lehre werden Sie überall auf der Welt Arbeit finden.“ Und zwar weltweit – genieße doch das deutsche duale Ausbildungssystem einen hervorragenden Ruf. Zugleich forderte Kahl dazu auf, lernbereit, wissbegierig und auch kritikfähig zu sein: „Weltverbesserer wird man nicht über Nacht; man muss drei Jahre lernen.“

Von der „Qual der Wahl“ sprach Günther Stapelfeldt, Präsident der Handwerkskammer Lübeck. Manche Entscheidungen im Leben seien nicht immer einfach. Er freute sich, dass die jungen Auszubildenden sich bei der Entscheidung, wie es nach der Schule weitergehen soll, für das Handwerk als „Wirtschaftsmacht von nebenan“ entschieden hätten.

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