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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2017 | 09:13 Uhr

Boostedt : Hand in Hand für eine gute Zeit

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Betreuer und Flüchtlinge sorgten für einen „Winterzauber“ in der Boostedter Erstaufnahmestelle.

Boostedt | Gemeinsam Waffeln machen, Lieder singen, zusammen basteln und bei Kaffee und Kuchen miteinander ins Gespräch kommen geht auch mit Fremden. Das wurde beim „Dezemberzauber“ in der Landesunterkunft für Asylsuchende deutlich. Gut 500 Menschen, sowohl aus der Unterkunft als auch aus Boostedt, trafen sich in einem Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Rantzau-Kaserne und verbrachten in gemütlicher Atmosphäre gemeinsam ihre Zeit.

„Die Stimmung war klasse, es wurde sogar getanzt“, erzählte sich Maria von Glischinski, Projektleiterin vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), das die Feier ausgerichtet hat. „Wir haben den Veranstaltungsbeginn extra in den späten Nachmittag gelegt, damit auch die Boostedter Bürger herkommen können“, erklärte sie weiter. Mitverantwortlich für die gute Stimmung war neben einem Zauberer und dem Boostedter Kinderchor auch Wahbe Al Dakhel Allah. Der 28-Jährige hatte seine Cajon dabei, eine aus Südamerika stammende Kistentrommel, mit der er Gute-Laune-Rhythmen erschuf.

Der junge Mann kennt mittlerweile beide Seiten einer Landesunterkunft, denn er ist aus Syrien geflohen und 2012 zunächst in Bayern in einer zentralen Einrichtung untergekommen. Seit dieser Woche arbeitet der junge Mann für das DRK in der Erstaufnahme in Neumünster, davor hatte er bereits für das DRK in Bad Segeberg gearbeitet. „Ich bin am Haart als Hausbetreuer angestellt und kümmere mich um die Bewohner. Ich übersetze und gestalte mit ihnen die Freizeit. Das ist wichtig, um im Alltagstrott schöne Erlebnisse zu haben“, weiß Wahbe Al Dakhel Allah, der in Syrien spanische Literatur studiert hat und auch Deutsch und Englisch spricht. Er lebt in Fahrenkrug und liebt das Trommeln. Mit seiner Cajon schafft er Verbindungen zwischen Menschen, die sich sprachlich nicht verständigen können. „Gemeinsam zu trommeln macht Spaß und dabei kommt man auch in Kontakt mit anderen“, erklärte er.

Wie wichtig Gemeinsamkeit und sinnvolle Gestaltung der Zeit sind, weiß auch Jannika Zenker, ebenfalls Hausbetreuerin. Sie hat zusammen mit Frauen und auch Männern in der Nähstube der Erstaufnahme gehäkelt, gestrickt und genäht. „Die Bewohner freuen sich, etwas machen zu können. Es wird viel gelacht. Und sie zeigen uns tolle Strickmuster, gerade die jungen Frauen können anspruchsvolle Muster stricken, die hier vielleicht unsere Großmütter noch beherrschen“, erklärte Jannika Zenker.

Zusammen mit ihrer Kollegin Angelika Wierts verkaufte sie beim „Dezemberzauber“ hübsche Anhänger, bunte Mützen, Grußkarten und auch in der Holzwerkstatt entstandene Deko-Artikel. Damit die Betreuer und die Bewohner sich auch künftig sinnvoll betätigen können, fließen die Erlöse zurück in die Werkstätten. Es werden auch Spenden angenommen, zum Beispiel Wolle, Nadeln, Holz, Schmucksteine.

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