Wasbek : Hand in Hand für die Meierei

1960 kutschierte der Ehndorfer Milchfahrer Heinrich Schümann (sitzend) die Milch noch mit Pferd und Wagen zur Meierei.
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1960 kutschierte der Ehndorfer Milchfahrer Heinrich Schümann (sitzend) die Milch noch mit Pferd und Wagen zur Meierei.

Die Wasbeker Meierei besteht seit 125 Jahren. 270 000 Liter Milch fließen täglich in dieTanks.

shz.de von
30. Dezember 2017, 12:15 Uhr

Wasbek | Das zu Ende gehende Jahr war besonders für die Wasbeker Meierei. 2017 jährte sich die Gründung des Betriebes um 125. Mal.

Am 26. April 1892 wurde feierlich der Grundstein für die neue Meierei in Wasbek gelegt. Seitdem hat sich sowohl in der Meierei als auch in der Milchviehhaltung viel getan. So fährt der Milchmann heute nicht mehr mit Pferd und Wagen. Und auch in der Produktion hat die Moderne längst Einzug gehalten. Doch eines hat sich während dieser langen Zeit nicht geändert: In der Wasbeker Genossenschaft wirken, damals wie heute wache Augen und fleißige Hände als tatkräftige „Mannschaft“ zusammen. Dazu gehören 15 Mitarbeiter, Vorstand und Aufsichtsrat sowie die aktuell 102 Landwirte, die die Milch liefern.

Auf dieses Engagement für die gemeinsame Sache verweist auch der seit 1984 als Geschäftsführer wirkende Peter Minkenberg nicht ohne Stolz. „Wir sind ein familiäres Team, in dem immer Hand in Hand gearbeitet wird. Und mit Heinrich Kühl und Dieter Syben sind zwei Mitarbeiter sogar bereits seit mehr als 40 Jahren dabei“, erzählt der Chef.

Heute werden in Wasbek jährlich 100 Millionen Liter Milch aus einem Umkreis von 60 Kilometern gesammelt. „Das sind täglich rund 270 000 Liter, die entweder, vor Ort zu Sauermilchquark (Vorprodukt zum Beispiel für den Harzer Käse) verarbeitet oder in das Milchtrocknungswerk (MTW) nach Neumünster geliefert werden“, rechnet Minkenberg vor.

Gemeinsam betrieben wird das bundesweit größte und modernste Trocknungswerk von den Meierei-Genossenschaften aus Wasbek, Barmstedt, Schmalfeld-Hasenmoor und Uelzen. In Betrieb genommen wurde die Anlage, in die rund 64 Millionen Euro investiert wurden, im Jahr 2013. „Grund für diesen Zusammenschluss war, Exportmärkte durch die Herstellung weltweit gefragter Vorprodukte für hochwertige Lebensmittel auf Milchbasis zu bedienen und somit diesen für Schleswig-Holstein wichtigen Wirtschaftszweig im Land zu lassen. Und das war der richtige Schritt, denn das Werk läuft gut“, erklärt der Wasbeker Betriebsleiter.

Ebenfalls immer wieder investiert wurde ebenso in die Wasbeker Lager-, Verarbeitungs- und Produktionsanlagen sowie den dazugehörigen Fuhrpark.

Dennoch macht Peter Minkenberg keinen Hehl daraus, dass der Standort Wasbek nicht immer als gesichert anzusehen war. „Wir sind auch durch schwere Zeiten gegangen. Denn es gilt ja immer das Spiel zwischen Angebot und Nachfrage. Deshalb wünschen wir uns für die Zukunft, dass den Landwirten ein anständiger Milchpreis gezahlt wird und es den Familien gut geht. Denn als Genossenschaft fühlen wir uns den Mitgliedern eng verbunden“, erläuterte er.

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