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Psychiatrische Fachklinik : Hahnknüll: Erlebnisgarten zum Jubiläum

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

DRK-Fachklinik wird 40 Jahre alt. Festakt zum Geburtstag. Neuer Garten für Demente wird mit Tag der offenen Tür eingeweiht

von
erstellt am 07.Apr.2016 | 11:00 Uhr

Neumünster | Der Hahnknüll war kaiserliche Marinefunkstation, nach 1946 städtisches Altenheim. Dann kaufte der DRK-Kreisverband der Stadt das Gelände ab und errichtete hier ab 1976 ein „Sonderkrankenhaus für psychisch Erkrankte“. Bei der Übernahme am 13. Juni 1976 begrüßte der jüngst verstorbene Herbert Gerisch als Kreisvorsitzender des Roten Kreuzes die Gäste, darunter Sozialminister Karl Eduard Claussen und Stadtpräsidentin Alexandrine von dem Hagen.

„Das ganze Ding hat damals 4,56 Millionen Mark gekostet“, sagt der heutige Geschäftsführer der DRK-Fachklinik, Dr. Christoph Werner, und ergänzt: „Das damals neue Prinzip der wohnortnahen Psychiatrie wurde erstmals in Neumünster am Hahnknüll umgesetzt.“ Schon damals und auch heute noch sehr eng ist die Zusammenarbeit mit der psychiatrisch-neurologischen Klinik des Friedrich-Ebert-Krankenhauses.

Eine wichtige Wegmarke in den 40 Jahren des Psychiatrischen Behandlungszentrums war 1994 die Umwandlung des Hahnknülls von einem Zweckbetrieb des DRK-Kreisverbands in eine eigene gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Erster Geschäftsführer war Michael Pankratz, Leitender Arzt Dr. Christian Kemmerling.

Die umfangreiche Bautätigkeit auf dem Gelände der Fachklinik zu schildern, würde den Rahmen sprengen. Zuletzt wurde Ende 2015 der gerontopsychiatrische Bereich erweitert. Aktuelles Bauvorhaben ist ein geschützter Erlebnis- und Erinnerungsgarten für Demente. Er soll am 13. Juli mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht werden. Zuvor feiert die Fachklinik am 18. Juni ihr alle zwei Jahre aufgelegtes Sommerfest. Ein Fachsymposium am 21. September und der offizielle Festakt am 23. September bilden dann die Höhepunkte der Jubiläumsfeierlichkeiten.

Der Name DRK-Fachklinik Hahnknüll steht als Oberbegriff über mehreren durchaus verschiedenen Fachbereichen.

>Es gibt die Fachklinik für Psychiatrie mit 30 Betten.

Daneben gibt es drei Heimbereiche:

> Den gerontopsychiatrischen Wohnbereich mit 60 Plätzen in drei Stationen. > Den Wohnbereich für Schwerst- und Mehrfachbehinderte mit ebenfalls 60 Plätzen in drei Stationen. > Den Wohnbereich mit 50 Plätzen für psychisch Kranke in der Eingliederung. „Die Kranken wohnen hier, gehen aber zum Teil hier im Hahnknüll oder auch in der Stadt ihrer Arbeit nach“, erklärt Dr. Werner.

Als Nebenbetriebe am Hahnknüll gibt es noch die ambulante Pflege, den Hausnotruf und eine Küche, die auch andere soziale Einrichtungen, Heime und Kitas in Neumünster versorgt. Zu Spitzenzeiten werden 600 Mittagessen zubereitet. Nicht vergessen werden darf in der Aufzählung die Beschäftigungstherapie, die nicht nur für die Patienten und Heimbewohner am Hahnknüll tätig ist. Zehn Plätze am Hahnknüll sind für ambulante Patienten reserviert, die vom eigenen Fahrdienst chauffiert werden. Mit insgesamt etwa 200 Beschäftigten ist die DRK-Fachklinik Hahnknüll auch ein bedeutender Betrieb und Wirtschaftsfaktor für Neumünster.

Und dann gibt es als Gemeinschaftsunternehmen mit dem Friedrich-Ebert-Krankenhaus noch seit 2011 die Psychiatrische Tagesklinik Neumünster an der Parkstraße 17. Die Patienten werden dort tagsüber behandelt, schlafen aber nicht an der Parkstraße, sondern im eigenen Heim oder in anderen Einrichtungen. Die 34 Plätze reichen aber nicht. „Die Klinik ist total überfüllt, sodass wir den Antrag auf eine Erweiterung beim Sozialministerium stellen müssen“, sagt Werner. Der Erweiterungsbau müsste aber an anderer Stelle realisiert werden. „Wir suchen ein Grundstück möglichst in der Nähe der bestehenden Tagesklinik“, so Werner.


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