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Happy End : Hahn „Loverboy“ heißt jetzt Hartmut

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Streitbarer Vogel wohnt jetzt auf einem Resthof bei Schleswig und hat eine neue Hühnerschar / Er beschützt seine “Mädels“ hartnäckig

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2015 | 06:30 Uhr

Neumünster | Es gibt ein Happy-End für „Loverboy“, den eifrig krähenden Hahn: Der streitbare Vogel, der aufgrund von Beschwerden der Nachbarn anonym im Tierheim abgegeben wurde (der Courier berichtete), hat ein neues Zuhause. Das berichtet Gisela Bünz, die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Der Vogel herrscht jetzt über eine Hühnerschar auf einem Resthof zwischen Flensburg und Schleswig – und kann genau den Job tun, für dessen gewissenhafte Erledigung man ihn von seinem bisherigen Zuhause gescheucht hat: die „Mädels“ zu beschützen.

„Die neuen Besitzer sind ein Paar in mittlerem Alter, aber sie wollen nicht in die Zeitung. Sie erzählen, dass der Hahn gut angekommen ist und über eine größere Hühnerschar regiert“, berichtet Gisela Bünz. „Loverboy“ zeige sich laut den Erzählungen seiner neuen Besitzer von seiner besten Hahnen-Seite und habe auch schon nach seinen neuen Menschen gehackt – aber nur, weil sie zwischen ihn und seine Hühner geraten waren. Wenn der Hahn seine „Mädels“ hinter sich weiß, ist er den Menschen gegenüber friedlich, sagt Gisela Bünz. Warum sind diese Leute so weit extra nach Neumünster gefahren, um den Hahn zu holen? Es war sein ausgeprägter Beschützerinstinkt: Die Hühner auf dem Resthof wurden dauernd vom Habicht heimgesucht – und entsprechend dezimiert. Das hat jetzt ein Ende, sind die neuen Besitzer sicher: „Loverboy“ hatte laut seinem Vorbesitzer seine Hühner sogar mehrfach vor einem hungrigen Marder verteidigt und ihn erfolgreich in die Flucht geschlagen.

Seine Rasse erklärt das recht kämpferische Verhalten: „Loverboy“ ist ein Goldhalsiger Kraienkopp. „Kraienköppe zählen nicht zu den Kampfhühnern, sind aber nahe mit ihnen verwandt“, heißt es auf der Homepage eines Züchtervereins (www.kraienkoeppe.de). Der Hahn hatte für Schlagzeilen gesorgt: Sein Vorbesitzer hatte ihn anonym bei der Tierauffangstelle an der Geerdtsstraße abgegeben. In einem Brief beschrieb er ausführlich, warum er ihn abgab – ein Nachbar hatte Steine nach dem Tier geworfen, weil der Hahn zu laut krähte.

Wie bei vielen ihrer ehemaligen Schützlinge hält Gisela Bünz vorerst Kontakt zu den Resthofbesitzern. „Ich werde weiterhin verfolgen, wie es dem Hahn geht und ihn vielleicht auch mal besuchen“, sagt sie. Nur von dem ungewöhnlichen Namen musste der Hahn sich trennen. „Loverboy“ war den neuen Besitzern wohl zu blöd; er heißt jetzt Hartmut.

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