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Hilferuf : Händler sehen den Wochenmarkt in Gefahr

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Einbußen am Kleinflecken seien existenzgefährdend

Neumünster | Vier Monate nach dem Umzug des Wochenmarkts vom Groß- zum Kleinflecken wegen der Bauarbeiten der Stadtwerke sehen die Markthändler ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt und schlagen in einem Brandbrief an die Verwaltung Alarm. Sie bitten um schnellstmögliche Rückkehr auf den Großflecken, sehen den Markt ansonsten insgesamt in Gefahr.

„Die Umsatzeinbußen sind existenzgefährdend für die Marktbeschicker und den Markt“, brachte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras ihre Sorgen am Dienstag in der Sitzung des Hauptausschusses auf den Punkt. Er sagte zu, „so schnell wie möglich“ eine Lösung finden zu wollen. Stadtbaurat Thorsten Kubiak will am Freitag bei einem Ortstermin mit den Händlern sprechen.

„Der Wochenmarkt liegt am Boden“, sagte Stefan Wegener, Präsident des Landesverbands der Schausteller und Markthändler, gestern auf Courier-Nachfrage. An seinem eigenen Stand lägen die Umsatzeinbußen zwischen 40 und 50 Prozent. „Und mich trifft es nicht am härtesten“, so Wegener. Einige namhafte Markthändler hätten Neumünster bereits auf Dauer den Rücken gekehrt, weil sie hier keine Kundenfrequenz mehr hätten.

Fischhändler Björn Keste bestätigte das: „Am Dienstag fehlte schon ein Großteil der Händler.“ Er sieht das Marktgefüge, das in der Breite der Aufstellung und der Qualität der Händler bisher einzigartig in Schleswig-Holstein sei, in Gefahr. Der Umsatzeinbruch habe bereits zum Abbau von Personal geführt. Keste: „Der Markt bricht schon auseinander.“ An der Qualität der Waren habe sich nichts geändert, „aber die Kunden nehmen den Kleinflecken nicht an“, so Keste.

„Der Nimbus der Gemütlichkeit des Kleinfleckens spielt keine Rolle“, sagte Stefan Wegener und mahnte: „Wir müssen schnell reagieren. Es geht nicht nur um den Markt, sondern um die Zukunft der Innenstadt.“

Er hat konkrete Vorschläge. Damit der Wochenmarkt das ganze Jahr über kompakt auf der Südseite am Rathaus bleiben kann, sollte die Stadt den Taxenstand auf die Ostseite des Großfleckens gegenüber von Karstadt verlegen. Außerdem schlägt er den Wegfall der Kurzparkplätze vom Rathaus bis zur Holstenstraße vor. Dort sollte der Radweg verlaufen und erst an der Holstenstraße wieder – baulich durch Schwellen abgesetzt – auf die andere Seite schwenken. Stefan Wegener: „Auch die Sitzsteine zwischen Radweg und Taxistand müssen weg, und das alles möglichst bis zum Jahresende.“

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erstellt am 29.Jun.2017 | 08:00 Uhr

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