Neumünster : „Habt Spaß mit euren Kurven“

Professionell schöne Fotos von Franziska Runge hat bereits der Neumünsteraner Fotograf Leon Rückert gemacht.
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Professionell schöne Fotos von Franziska Runge hat bereits der Neumünsteraner Fotograf Leon Rückert gemacht.

Heute Abend läuft Franziska Runge (25) aus Tungendorf bei der Show „Curvy Supermodel“ über den Laufsteg.

shz.de von
02. August 2018, 08:00 Uhr

Neumünster | Selbstbewusst steht sie zu ihren Kurven: „Ich finde es schön, weiblich zu sein. Ich bin so, wie ich bin“, sagt die 25-Jährige. Die gebürtige Tungendorferin, die in Berlin studiert, ist heute neben Jurorin Angelina Kirsch die zweite Neumünsteranerin bei der dritten Staffel der RTL2-Castingshow „Curvy Supermodel. Echt. Schön. Kurvig.“, deren zweite Folge heute Abend ab 20.15 Uhr ausgestrahlt wird. Sie bewarb sich – wie Tausende andere Frauen auch – und kam in die engere Wahl. Neumünsteranern ist Franziska Runge von Auftritten bei der Niederdeutschen Bühne Neumünster (NBN) bekannt.

Die fröhliche junge Frau mit den Maßen 102-85-119 und Kleidergröße 42/44 stand schon früh gerne im Rampenlicht. „Als Kind spielte ich bei Stücken der Musikschule wie ,Zwerg Nase‘, ,Peter Pan‘ oder ,Zauberer von Oz‘ dann in Stücken wie ,Der zerbrochene Krug‘ oder ,Wenn de Musicbox speelt‘ bei der NBN“, erinnert sie sich. Franziska hatte jahrelang Gesangsunterricht bei der Dozentin Tatjana Großkopf, nahm auch am Jugendmusikwettbewerb der Stadt und bei „Jugend musiziert“ teil.

„Meine Figur ist einfach so gekommen. Ich habe mich immer gesund ernährt und Sport gemacht. Ich habe halt einfach mehr. Das war ein Prozess – und ich mache mir einfach nicht zu viele Gedanken.“ Natürlich gebe es auch Tage, an denen sie mit sich kritisch ist. Aber: „Niemand findet sich jeden Tag 100 Prozent klasse, egal, ob man Größe 34 oder 44 hat.“

So wie Angelina Kirsch (30), die seit Jahren als Curvy-Model auf internationalen Laufstegen zu Hause ist, inzwischen als „Botschafterin der Kurven“ Trends setzt, und ein Buch darüber geschrieben hat, möchte auch Franziska Runge mollige Frauen zu mehr Selbstbewusstsein ermutigen: „Meine Botschaft ist: Habt Spaß mit Euren Kurven und freut Euch, dass Ihr mit einem gesunden und kurvigen Körper über die Straße wackeln könnt. Seid glücklich damit – denn Glück ist eine Frage der Einstellung. Der Körper ist dazu da, ein tolles Leben zu haben.“

Das zeigt sie auch bei ihrem Fernsehauftritt bei „Curvy Supermodel“. Wie sie sich als eine von 50 Kandidatinnen in der engeren Auswahl gemacht hat, und ob sie weiterkommt, darf sie nicht vorab verraten. Sie kannte das Posieren zwar schon vom Fotoshooting mit dem Starfotografen Kristian Schuller („Germany’s Next Topmodel“) für den Kurvenstar-Kalender der Modefirma Sheego, aber: „Fernsehen kannte ich noch nicht. Das war eine neue Situation für mich.“ Sie fand es schön: „Man hockt mit vielen Mädels auf einem Haufen und man ist nicht die Größte und Breiteste, ich habe mich endlich nicht wie Brigitte Nielsen gefühlt. Und keine der Mädels ist zickig, weil alle essen“, sagt sie lachend. Die Teilnahme bei „Curvy Supermodel“ sei eine besondere Erfahrung gewesen. In der Auftakt-Folge mussten die Kandidatinnen, die in eine erste Auswahl kamen, sich ein Outfit aussuchen, wurden professionell fotografiert und sollten sich mit ihrer Gruppe zu den Themen „Cheerleaders“, „Society Ladys“ und „Balloon Walk“ in Szene setzen. Franziska Runge lobt die Stylisten: „Das kam dem sehr nahe, was ich privat gern mag. Es hat mich in meinem Typ bestätigt.“

Auch wenn sie in Berlin Betriebswirtschaft und Skandinavistik studiert, bleibt sie Neumünster treu: „Das ist einfach Heimat, Ruhe, Familie und entspannte Atmosphäre. Mein Lieblingsplatz ist unter dem alten Apfelbaum im Garten.“ Ihre Mutter Gabriele (54) freue sich mit ihrer Tochter: „Sie findet es toll, dass ich so im Reinen mit mir bin.“ Weiteres Modeln kann sich die 25-Jährige gut vorstellen: „Wenn sich etwas ergibt, bin ich dafür offen. Je mehr Curvy-Models es gibt, desto besser könnten wir das einseitige Bild in den Medien auflockern. Es müssten mehr verschiedene Körpertypen in den Medien zu sehen sein, nicht nur in der Mode, sondern auch im Fernsehen, zum Beispiel als Sprecherin bei den Tagesthemen oder in der Schauspielerei. Es wäre schön, wenn das irgendwann etwas Normales wäre.“


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