Haase: Neustart am neuen Standort

Haase-Chef Carl-Thomas Epping (rechts) und Dr. Roland  Kahn vermelden schon erste Erfolge der Neuausrichtung.  Foto: Ziehm
Haase-Chef Carl-Thomas Epping (rechts) und Dr. Roland Kahn vermelden schon erste Erfolge der Neuausrichtung. Foto: Ziehm

Energietechnik-Unternehmen beginnt heute die Produktion an der Oderstraße 76 / Kunden hielten nach der Insolvenz die Stange

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14. Januar 2013, 08:59 Uhr

Neumünster | Der Pylon mit dem Firmenlogo an der Einfahrt der Haase Energietechnik an der Oderstraße 76 ist noch nicht fertig. Die Aufbruchstimmung zum Neustart am neuen Standort ist jedoch unverkennbar. Der Umzug von der Gadelander Straße ist abgeschlossen. Am Montag soll an der Oderstraße die Produktion anlaufen.

Und es ging alles sehr schnell: Anfang Februar 2012 musste das renommierte Umwelttechnik-Unternehmen an der Gadelander Straße für viele überraschend Insolvenz anmelden (der Courier berichtete). Zum 1. Juni übernahmen die Investoren Carl-Thomas Epping und Heinrich Steinbrecher im Wege der übertragenden Sanierung die insolvente Aktiengesellschaft. Haase Energietechnik firmiert jetzt als GmbH.

Anfang August wurde das zwei Hektar große neue Betriebsgrundstück mit einem 4200 Quadratmeter großen Hallenkomplex und einem vorgelagerten Bürotrakt (1500 Quadratmeter) gekauft. Zuvor hatte hier die Firma Protec, früher der Kunststoffproduzent Trelleborg seinen Sitz.

"Wir wollten den Standort an der Gadelander Straße nicht erwerben, weil er mit dem vielen Freigelände und dem energetischen Standard der 70er-Jahre ungeeignet für unsere Zwecke ist", sagte Epping und fügte hinzu: "Dass wir wegen der qualifizierten Mitarbeiter in Neumünster bleiben, war klar." 170 sind es zurzeit, zwölf davon sind Auszubildende. 110 Arbeitsplätze sind verloren gegangen.

Statt als Generalunternehmen ganze Biogasanlagen zu bauen, konzentriert sich Haase Energietechnik jetzt auf seine Kernkompetenzen. Das sind die Entwicklung und der Bau von wesentlichen Systemkomponenten für Biogasanlagen. Geschäftsführer Dr. Roland Kahn nannte als Beispiele Blockheizkraftwerke, Gas-Fackelanlagen, Anlagen zur Aufbereitung von Biogas zu Erdgasqualität, zur dezentralen Gaseinspeisung ins Netz und Pumpstationen. Zum Geschäftsfeld gehören weiterhin Aufbereitungsanlagen für Deponiewasser, Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung und der Service und Betrieb solcher Anlagen für Dritte. Kahn nannte einen weiteren Vorteil: "Unsere Komponenten werden jetzt von anderen Biogasanlagenbauern viel besser angenommen, da wir nicht mehr als Wettbewerber auf dem Markt auftreten."

Der Auftragsbestand sei gut. "Die Kunden haben uns in allen Bereichen die Stange gehalten", sagte Epping und erwartet für 2013 einen Umsatz von mehr als 30 Millionen Euro sowie schwarze Zahlen am Jahresende. Epping: "Das können wir schaffen."

An der Oderstraße wurde dafür kräftig investiert. Die Halle ist mit neuen Industrieböden und Krananlagen ausgestattet worden. Auch die Heizung und die Zufahrtstore wurden erneuert. Der Umbau kostete laut Epping und Kahn mehr als eine Million Euro und biete viele Vorteile. Kahn: "Alles ist kompakt unter einem Dach, die Wege und Arbeitsabläufe werden kürzer."

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