zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

21. September 2017 | 08:46 Uhr

Stellenabbau : Gymnasien sorgen sich ums Personal

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Ministerium will landesweit 135 Lehrerstellen einsparen. Die ersten Zahlen sind erschreckend. Die Schulleiter hoffen jetzt auf Nachbesserung.

von
erstellt am 02.Apr.2014 | 07:00 Uhr

Neumünster | Die Zahlen aus dem Bildungsministerium verheißen nichts Gutes: Mehr als 135 Lehrerstellen möchte das Land im kommenden Schuljahr wegen rückläufiger Schülerzahlen streichen (der Courier berichtete). An den vier Neumünsteraner Gymnasien sieht man diese Entwicklung durchaus mit Sorge – auch wenn Personalzuweisungen in der Regel noch einmal an die tatsächlichen Schülerzahlen angepasst werden, sobald die Neuanmeldungen für das Schuljahr exakt feststehen.

Ein Verlust von drei Planstellen, wie vom Ministerium im ersten Anlauf für seine Schule anvisiert – „das wäre schon gruselig“, sagt Arno Engelmann, Leiter der Holstenschule. „Das wären 75 Stunden Unterricht“, rechnet er vor. Doch er erwartet nicht, dass der Einschnitt so gravierend wird. „Ich gehe nicht davon aus, dass es dazu kommen wird. Wir haben hier zurzeit rund 1100 Schüler und keinen Verlust bei den Schülerzahlen. Kiel braucht erst zuverlässige Zahlen, dann wird hoffentlich nachjustiert“, sagt Engelmann. Eines wird der Schulleiter jedoch sicher nicht verhindern können: „Ich kann exzellenten Nachwuchslehrern mit Spitzenexamen momentan einfach nichts anbieten. Ich könnte sie alle gut an meiner Schule gebrauchen. Eine Kollegin mit den Fächern Mathe und Physik ist schon nach Hannover abgewandert“, bedauert er.

Doris Weege, Schulleiterin an der Alexander-von-Humboldt-Schule, setzt ihre Hoffnungen ebenfalls in die Zahl der Anmeldungen. „Gegen den Landestrend wächst unsere Schule. Zurzeit haben wir 991 Schüler, nächstes Jahr werden es aller Voraussicht nach 1020 sein. Ich hoffe deshalb wenigstens auf eine gleichbleibende Stellenzahl. Zurzeit liegen wir bei knapp 60 Stellen“, erklärt sie und bemängelt: „Ständig steigen die Anforderungen aus dem Ministerium, was die Schulen alles zu leisten haben. Und die Schulen machen wirklich gute Arbeit. Gleichzeitig wird aber an der personellen Ausstattung gekürzt. Das passt nicht zusammen und macht mir Sorgen. Wir haben landesweit eine Verschlechterung, die über den demografischen Wandel hinausgeht“, sagt die Schulleiterin aus Einfeld.

Ihr Kollege Dr. Ulrich Dietl, stellvertretender Leiter der Klaus-Groth-Schule, meint, die Lehrerversorgung an der KGS sei „zurzeit in Ordnung“. Gleichzeitig hebt er die Sonderstellung seiner Schule hervor: „An vielen Gymnasien im Land verlässt aufgrund der Zusammenführung von G8 und G9 bald ein ganzer Jahrgang zusätzlich die Schule. Das schlägt sich natürlich bei den Schülerzahlen nieder. Diese Umstellung haben wir 1998/99 schon hinter uns gebracht“, erklärt Dietl. Die Groth-Schule hatte einst das Abitur nach zwölf Jahren weit vor der landesweiten Neuerung eingeführt. Konkrete Zahlen zum drohenden Personalabbau will Dietl ebenso wenig nennen wie Elke Jönsson, Schulleiterin der Immanuel-Kant-Schule. Das letzte Wort sei da noch nicht gesprochen, heißt es.

Im Ministerium werden noch keine Zahlen für einzelne Gymnasien genannt. „Die Lehrerstellenzuweisung basiert zunächst auf Schülerprognosen. Wenn genaue Daten vorliegen, wird korrigiert“, sagt der Ministeriumssprecher Thomas Schunck.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen