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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2017 | 07:18 Uhr

Kita-Gebühren : Gutverdiener sollen mehr zahlen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stadt überarbeitet Gebührensatzung: Einkommensschwache werden entlastet . Der Mittagstisch wird teurer. Die Betreuungszeiten werden flexibler

von
erstellt am 05.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Neumünster | Neumünsters Kita-Eltern müssen sich auf neue Gebührensätze einstellen. Nach einem Jahr Vorlauf will die Stadt die Beitragssatzung für die Kindertagesstätten jetzt grundlegend überarbeiten. Das Ziel: Gutverdienende Eltern sollen künftig mehr, einkommensschwache Familien weniger für die Betreuung ihrer Kinder zahlen. Insgesamt soll der Kostenbeitrag der Eltern zur Finanzierung des Kita-Betriebs aber gleich bleiben. Derzeit decken die Elternbeiträge etwa 12 Prozent der Kita-Kosten.

Im Jugendhilfeausschuss stellte die Verwaltung jetzt erste Details der komplizierter gewordenen Gebührensatzung vor. Um der sozialen Komponente bei der Beitragsberechnung mehr Gewicht zu verleihen, sollen die Sätze künftig unmittelbar an das Einkommen der Eltern gekoppelt werden. Wer seine Einkommensverhältnisse nicht offenlegen will, zahlt den höheren „Vollzahlerbeitrag“. Das Gros der Kitaeltern wird der Stadt zufolge durch die Neuregelung aber unter dem Strich entlastet.

Eine Rechenbeispiel: Eine alleinerziehende Mutter mit einem vierjährigen Kind zahlt derzeit für die Kita-Betreunug von 8 bis 13 Uhr einen Regelsatz von 126 Euro. Nach der neuen Regelung würde sie gut 43 Euro sparen. Verdient sie unter 1346 Euro, bleibt sie von den Gebühren befreit , liegt ihr Einkommen 50 Euro darüber, zahlt sie knapp 20 Euro. Bei 450 Euro mehr im Portemonnaie steigt ihr Beitrag auf 100 Euro.

Unabhängig von den Gebührensätzen sollen die Eltern künftig neun Euro mehr für die Mittagsverpflegung ihres Nachwuchses in der Kita zahlen. Der monatliche Kostenbeitrag klettert von 41 auf 50 Euro. Der höhere Satz soll sich auch in einer besseren Qualität der Verpflegung niederschlagen, verspricht die Stadt.

Mit der Neuregelung der Gebührensätze will die Stadt auch mehr Flexibilität bei den Betreuungsangeboten einführen. So soll es künftig neben den Vormittags - und Nachmittags- auch offiziell Dreiviertel-Tag-Betreuungen (8 bis 15 Uhr) oder nach Absprache auch Frühbetreuungen vor 8 Uhr geben. Wird das Kind auch über Mittag (12 bis 13 Uhr) betreut, mussten die Eltern bislang den Mittagstisch mitbuchen. Dieser Zwang soll entfallen.

Das neue Konzept soll jetzt mit den betroffenen Elternvertretungen erörtert werden, bevor sich der Hauptausschuss Ende November mit den Plänen befasst. Das letzte Wort hat die Ratsversammlung im Dezember.

Im Vergleich mit Kiel oder Flensburg zahlen Neumünsters Eltern auch nach der neuen Regelung deutlich geringere Kitabeiträge. Hintergrund ist das deutlich tiefere Einkommensniveau in Neumünster. 52 Prozent der Neumünsteraner Kita-Eltern haben im vergangenen Jahr nur ermäßigte Kita-Gbühren entrichtet, Dreiviertel von ihnen waren komplett von Zahlungen befreit. Die Stadt musste dafür rund 1,8 Millionen Euro zuschießen.

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