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Museumsnacht : Gute Stimmung in Museen, Galerien - und auf der Straße

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am Sonnabend besuchten viele Menschen die Museen und Ateliers in der Stadt / Vor allem die Holstenstraße war wieder ein beliebter Treffpunkt

Neumünster | Ungezwungen Kunst genießen, in lockerer Atmosphäre mit Leuten ins Gespräch kommen und durch Neumünster als eine große Galerie flanieren: Möglich machte das die neunte Museumsnacht, die am Sonnabend wieder zahlreiche Menschen auf die Straßen und in die Galerien lockte.

Ob Bilder, Skulpturen oder handgemachte Musik, ob wild-modern oder besinnlich: Für jeden Geschmack und jedes Alter waren Überraschungen garantiert. Durch zwölf Ausstellungen konnten sich die Kulturfreunde von 18 Uhr bis Mitternacht treiben lassen und neben den renommierten Häusern auch die kleineren Kulturstationen entdecken.

Besonders die Holstenstraße war bei den Nachtschwärmern wieder ein beliebter Treffpunkt. Bei T-Shirt-Temperaturen herrschte auch draußen viel Trubel. Gerne saßen die Besucher auf Bänken vor den Galerien und plauderten. Für lockere Hüften sorgte die Sambagruppe der Musikschule, die bei ihrer Wanderung durch die Stadt auch in der Holstenstraße Halt machte und mit heißen Rhythmen das Kopfsteinpflaster zur Tanzfläche verwandelte. „Ich genieße die tolle, entspannte Atmosphäre. Es ist reizvoll, weil anderes Publikum unterwegs ist und man die Chance hat, einmal hinter die Kulissen zu blicken und auch die Künstler persönlich kennen zu lernen“, schwärmte Sabine Nitsch.

Beeindruckt waren sie und ihre Freundinnen Marion Gullert und Dunja Anraad von den Bildern im Ennemes. In dem Werkstattatelier an der Holstenstraße zeigte Manuela Rathje ihre knallbunten, großformatigen Werke und war von der Resonanz des Publikums ganz überwältigt: „Ich bin total begeistert! Die Leute sind offen, und Gespräche gestalten sich ganz leicht und unkompliziert.“

Diese Erfahrung hat auch die Malerin Carola Matthes gemacht. Zum dritten Mal stellte sie mit dem Künstlerkollektiv Kunstbande fesselnde Bilder im Logenhaus der Freimaurer aus und meinte: „Die Leute freuen sich, dass sie die Künstler persönlich treffen können und fragen häufig nach den Maltechniken und woher meine Ideen stammen.“ Ihre Kollegin Heike Schümann schilderte begeistert: „Die Museumsnacht ist wichtig für die Stadt. Heute Abend kamen etliche Menschen auf uns zu und haben sich spontan bei uns bedankt.“

Die Malerin Birte Bahr hat in diesem Jahr nicht ausgestellt, sondern genoss mit ihren Freundinnen aus einer Malgruppe die Musik der „Acoustic Gentlemen“ in der Galerie Dekorat. Die Museumsnacht hat für Birte Bahr eine besondere Bedeutung: „Das ist eine wichtige und tolle Sache für Neumünster. Man bekommt ganz andere Kontakte und kann neben Gesprächen über Kunst viel Inspiration mit nach Hause nehmen.“

Das Museum Tuch+Technik zog mit seiner aktuellen Quilt-Ausstellung und einem musikalischen Programm rund 650 Besucher an. Viel Freude bereitete das Angebot auf der Empore, gemeinschaftlich einen Museumsnacht-Quilt zu fertigen. Unter der fachkundigen Hilfe der Quilterin Annelise Höske und den Museumsbegleiterinnen Ulrike von Berg und Anja Siebert bemalten, verzierten und beklebten die Neumünsteraner ihren eigenen Quilt, der einen Platz im Museum finden soll.

Sehr zufrieden waren auch die Besucher der Herbert-Gerisch-Stiftung, wie der künstlerische Leiter Claus Friede berichtete: „Es war eine wunderbar gelungene Veranstaltung, die erst weit nach Mitternacht endete. Viele Besucher haben die Museumsnacht bei uns begonnen und sich am Blütenmeer im Park erfreut. Richtig gut kamen auch die Kurzfilm-Vorführungen an. Das neue Kino war rappelvoll.“

Zum ersten Mal hatte sich die Vicelinkirche in die Kunstmeile eingereiht. Ihre spätgotische Kreuzigungsgruppe stieß auf so lebendiges Interesse, dass sich vor der schmalen Treppe zur Turmkapelle Schlangen bildeten.

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