Gülle-Unfall auf der Biogasanlage : Gutachter untersucht Unfall in Großenaspe

Einsatzkräfte waren bis Montagnachmittag vor Ort. Die auf der versiegelten Fläche vor dem Fermenter aufgefangene Gülle wurde gestern zum Großteil abgefahren. Ein Gutachter untersuchte zudem die Unglücksstelle.
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Einsatzkräfte waren bis Montagnachmittag vor Ort. Die auf der versiegelten Fläche vor dem Fermenter aufgefangene Gülle wurde gestern zum Großteil abgefahren. Ein Gutachter untersuchte zudem die Unglücksstelle.

Die Aufräumarbeiten nach dem Gülle-Unfall in Brokenlande kommen gut voran. Eine Störfallinspektion geplant.

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16. Januar 2018, 14:20 Uhr

Großenaspe | Nach dem Gülle-Unfall auf der Biogasanlage in Brokenlande liefen am Dienstag die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. „Wir kommen gut voran“, erklärte Geschäftsführer Christian Saul am Nachmittag. Die Unfallursache stehe noch nicht fest. „Ein Gutachter hat sich alles angeschaut. Wir warten jetzt auf die Ergebnisse. Davon hängt das weitere Handeln ab“, so Saul.

Laut Umweltministerium in Kiel gibt es auf dem Betriebsgelände mehrere Biogasanlagen, die separat genehmigt wurden und zu verschiedenen Betreiber-Gesellschaften gehören. „Dies hat Vorteile bei der Vergütung. Der Schaden von vor vier Jahren trat an einem benachbarten Behälter auf, der unter einer anderen Gesellschaft als der nun betroffene Behälter läuft“, teilte Ministeriumssprecherin Jana Ohlhoff mit. Allerdings gingen die Gesellschaften auf ein und dieselbe Person zurück.

Laut Ohlhoff gab es unmittelbar nach dem Havarie-Unfall vor vier Jahren zahlreiche Ortsbesuche durch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume und die untere Wasserbehörde auf der Anlage zur Klärung der weiteren Vorgehensweise. Der havarierte Behälter durfte erst nach wasserrechtlichen Prüfungen und sicherheitstechnischer Überprüfung durch anerkannte Sachverständige wieder in Betrieb genommen werden. 2015 folgte eine Störfallinspektion. „Der Betreiber des inspizierten Bereichs hat nachgewiesen, dass er die für seine betriebsspezifischen Tätigkeiten notwendigen Maßnahmen ergriffen hat, um Störfälle zu verhindern“, so Ohlhoff.

Die nächste Störfallinspektion sei für Juni dieses Jahres angesetzt. Ein allumfassender sicherheitstechnischer Bericht der Gesamtanlage stehe noch aus und ist bis dahin vorzulegen. „Teilberichte liegen aber bereits vor“, so die Sprecherin. Zudem werte das Ministerium das Überwachungskonzept für Biogasanlagen in Schleswig-Holstein 2017 aus. Für 2018 sei ein neues Konzept geplant.

Die Feuerwehr war am Dienstag nicht mehr im Einsatz. „Um 16.30 Uhr am Montag war für uns Schluss. Da ist das letzte Einsatzfahrzeug wieder eingerückt“, sagt Einsatzleiter Jan Hinrich Stölting von der Wehr Großenaspe.
 

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