Schillsdorf : Gut zwei Wochen Vorsprung bei Raps und Getreide

Bei den Feldbegehungen lassen sich die Bauern gern über die Schulter sehen. Die gesammelten Erfahrungen kommen allen zugute, weiß Pflanzenschutzberater Andreas Klindt (rechts) von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.
Bei den Feldbegehungen lassen sich die Bauern gern über die Schulter sehen. Die gesammelten Erfahrungen kommen allen zugute, weiß Pflanzenschutzberater Andreas Klindt (rechts) von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.

Käfer, Blattläuse und Pilze machen den Landwirten zurzeit wenig Sorgen.

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18. Mai 2015, 07:30 Uhr

Schillsdorf | Zumindest die Raps- und Getreidebauern aus dem Verband Landwirtschaftlicher Fachbildung Neumünster können sich freuen. Wie sich bei einer Feldbegehung in Schillsdorf zeigte, machen Käfer, Blattläuse und Pilze den Bauern zurzeit wenig Sorgen.

Zwar zeigten sich hier und da im Raps einige Kohlschotenrüssler (Ceutorhynchus assimilis), allerdings nicht in großen Mengen. Der kleine Rüsselkäfer, der sich in den vergangenen Jahren flächendeckend in Nordeuropa ausgebreitet hat, kann ähnlich wie der bekanntere Blattglanzkäfer (Brassicogethes aeneus) erhebliche Schäden im Raps hervorrufen. Besonders gefährlich wird der kleine Rüsselkäfer, wenn ihm die Kohlschotenmücke (Dasineura brassicae) folgt. Die legt ihre Eier in die vom Käfer gebohrten Löcher. Den Rest besorgt ihre ausgesprochen gefräßige Larve. Trotzdem hieß es in Schillsdorf: Ruhe bewahren. Ein Problem sei beim Rapsglanzkäfer allerdings, dass es kaum noch wirksame Mittel gebe, sagten die 20 Landwirte, die sich zur Feldbegehung auf den Weg gemacht hatten. Hierfür seien verschärfte Zulassungsbedingungen in der Europäischen Union und mittlerweile auch Resistenzen bei den Käfern verantwortlich.

Im Getreide steht bereits jetzt im Mai die letzte Düngung an. Hier sei Fingerspitzengefühl gefragt, meinte Pflanzenschutzberater Asmus Klindt von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Die Getreidebauern müssten sich beispielsweise beim Weizen entscheiden, ob sie mit einer relativ frühen Düngung die Menge oder mit einer etwas späteren Schlussgabe die Qualität beeinflussen wollen. Besonders beim Sommergetreide muss allerdings noch auf Blattlausanflug geachtet werden. „Hier sollten die Landwirte auch nicht auf den Warndienst warten“, empfahl Klindt. Wintergerste und Weizen haben sich bereits weit und gut entwickelt. „Vielen möglichen Pilzerkrankungen sind diese Bestände bereits entwachsen“, meinte auch Kammerreferent Helge Stephan.

Sorgenkinder könnten noch die Mäuse werden. Die sind gut über den Winter gekommen und haben sich kräftig vermehrt, sagte Rainer Solterbeck aus Großharrie, Vorsitzender im Verband Landwirtschaftlicher Fachbildung Neumünster. Eine gute Nachricht gab es für die Freunde blühender Rapsfelder: „Ich rechne mit einer langen Blütezeit“, meinte Asmus Klindt.  





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