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Holsteinischer Courier

21. Oktober 2017 | 21:50 Uhr

Gut wurde zum Wunderland

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

600 Gäste ließen sich vier Tage kulturell auf Gut Ovendorf verwöhnen

Negenharrie | Verträumt zwischen Buchen stehen einzelne Stühle mit Schaf-Fellen bedeckt, weiß gedeckte Tische hier und dort, an einem Baumstamm hängt ein Spiegel wie aus Schneewittchen, Windlichter baumeln an Ästen und verbreiten Gemütlichkeit, mitten zwischen abgesägten Baumstümpfen stehen Türen, und ein wunderschönes Holzbüfett mit Flügeltüren ist bestückt mit blankpolierten Gläsern, Kerzen und – dem geheimnisumwobenen grünen Absinth. Die Absintherie ist nur eins von vielen, höchst anregend gestalteten Arealen des ersten Lala-Taste-Festivals auf Gut Ovendorf, das von Donnerstag bis Sonntag etwa 600 Gäste für sich einnahm.

„Vor eineinhalb Jahren ist die Idee von einem Kunst-, Theater-, Musikzirkus entstanden. Unser Motto ist: Wir sind ein Komposthaufen für alles, was Kunst ist, hier können verschiedenste Gewächse entstehen“, erklärt Ingo Behrendt (43), einer der Organisatoren. „Dieses Festival ist selbst eine Art Kunstwerk, in dem die Kreativität ohne vorgegebene Richtung lebendig werden kann“, so der Kieler Physikstudent Behrendt und langjähriger Freund des Gutsbesitzers, Bildhauers und Initiators des Festivals Peter-Sebastian Lange.

Zwischen handgemachter Musik auf dem „Akustischen Acker“, Elektrosounds im „Secret Garden“ oder Performances in der „Leisen Scheune“ bezaubern eine Diskokugel unterm Apfelbaum, riesige Projektionen an Außenwänden, zahlreiche Segeltuchzelte und spontane Darbietungen mit ausgefallenen Instrumenten wie etwa einem Berimbau, einem Musikbogen aus Brasilien. Akustische und visuelle Überraschungen gibt es in allen Winkeln zu entdecken. „Es ist hier ein bisschen wie bei Alice im Wunderland“, meint Michaela Wilk aus Kiel, die bei der Gestaltung der Absintherie als „offenes Zimmer“ mitgewirkt hat.

Sechs Bühnen, ein Kinderland, zahlreiche Imbisshütten und Bars, viele Bänke und Tische laden auf dem riesigen Grundstück zum Verweilen und Mitmachen ein. Die Kunstlehrerin Jana Holling aus Schipphorst stellt fest: „Es reißt mich aus dem alltäglichen Denken heraus und regt mich zum Nachdenken über Kunst an. Am Mitmachens fasziniert mich, dass man zum Teil des Ganzen wird.“ Einer der etwa 100 Künstler ist der Sänger Jochen Gäde der Kieler Band „Keine Zähne im Maul, aber La Paloma pfeifen“: „Es ist ein tolles Gelände und eine tolle Idee, die ausbaufähig ist.“ „Wir sind sehr zufrieden und haben ein tolles Feedback bekommen. Den Menschen gefiel die Harmonie und Qualität der Veranstaltung“, resümiert Ingo Behrendt und freut sich auf das nächste Lala-Festival.



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